Zwei befreundete Pärchen sind unterwegs nach Columbus, Ohio, um dort ein Musikfestival zu besuchen. Als Jill unterwegs merkt, dass sie ihr Handy beim letzten Diner-Stop vergessen hat, kontaktiert sie den Finder und lässt sich von diesem in das Kaff Clinton zur Handy-Übergabe umlotsen. Doch anstatt den ehrlichen Finder anzutreffen, landen Jill, ihr Freund Mike und die beiden anderen in einer Art Geisterstadt. Über die Suche nach dem Übergabeort vergisst man schnell die Zeit und als man dann bei Einbruch der Nacht die Stadt verlassen will, springt das Auto nicht mehr an und ein Baseballschläger-schwingender Clown betritt die Main Street…
Bereits die fast neunminütige Pre-Titel-Sequenz mit dem Babysitter-Motiv, der eingängigen Synthesizer-Musik als Spannungs-Thema und der Kostümierung des kindlichen Killers erinnert unweigerlich an John Carpenters „Halloween“ und zeigt die Richtung auf, von der man glaubt, dass sie Tom Nagel mit seinem „ClownTown“ einschlagen wird: Old-School-Horror aus der Teenager-in-Angst-Slasher-Schublade (inkl. Home-Made-Vorher-Nachher-Blutgesudel). Doch schon mit der darauffolgenden Einführung der vier Hauptprotagonisten, die kaum mehr als Studenten zu verorten sind, und ihrer „TCM“-entlehnten Fahrt übers Land bricht Tom Nagel mit den Erwartungen und spätestens nach gut 30 Minuten, wenn man im menschenleeren Clinton angekommen ist, das von mehreren(!) Killer-Clowns regelrecht terrorisiert wird, glaubt man, in einem Stephen-King-Alptraum gelandet zu sein. Ok, „ClownTown“ erreicht zwar nie die erzählerischen Qualitäten des weithin bekannten Horror-Maestros (die gedankliche Verbindung zu „Es“ ist wohl nur dem aktuellen Kinofilm geschuldet), punktet aber zumindest stellenweise mit unheimlicher Atmosphäre und grimmiger Gewalt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch diverse Regiefehler und einige sehr platte, schlecht gespielte Szenen, die dann doch gnadenlos aufzeigen, wie preisgünstig „ClownTown“ nicht nur produziert sondern auch mit C-Mimen besetzt wurde. Merke: gelungene Clown-Masken, ein paar blutige Kicks und ein Tobe-Hooper-Terror-Szenario machen alleine noch keinen guten Film, bei „ClownTown“ hat es gerade mal fürs Mittelmaß gereicht. Ach ja, die sterile deutsche Synchronisation ist dann auch nicht gerade hilfreich. Bildformat: 1,78:1. Mit Brian Nagel, Lauren Compton, Andrew Staton, Katie Keene u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin