Franks Bewertung

starstarstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

31.01.2017
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Review

von Frank Trebbin

3D-Review

Als sein Opa eines gewaltsamen Todes stirbt, wird der 16jährige Jacob in ein Abenteuer verwickelt, das eng mit seiner Familiengeschichte verbunden ist. Auf Geheiß des Sterbenden reist Jacob nämlich auf eine Insel vor Wales, auf der sein Großvater während des Zweiten Weltkrieges in einem Heim für Kinder mit besonderen Fähigkeiten untergebracht wurde. Jacob findet das Anwesen zwar verlassen und zerstört vor, gerät jedoch durch einen Spalt in der Zeit in das Jahr 1943 und erfährt, dass Heimleiterin Miss Peregrine einst dafür sorgte, dass sich vor einem fatalen Bombenangriff durch die Deutschen ein bestimmter Tag immer und immer wieder wiederholt, damit diese „besonderen Kinder“ vor der Menschheit versteckt gehalten werden können. Diese Zeitschleifenidylle ist bedroht durch den Angriff von „Hollow“ genannten Monstern, die hinter den Augen der besonderen Kinder her sind…

Eingefleischte Tim-Burton-Fans, die das bedingungslos Düstere und Morbide lieben, werden „Die Insel der besonderen Kinder“ wahrscheinlich ablehnen, weil ihnen trotz einiger Einsprenkel aus dem Horror-Fach der Film insgesamt betrachtet wohl zu hell und freundlich erscheinen wird. Alle anderen Tim-Burton-Fans, die sein unbändiges Fabulieren und die damit verbundenen Schrulligkeiten mögen, werden mit ihrem verehrten Filmemacher wieder vollauf zufrieden sein, denn trotz gewisser inhaltlicher Schwächen – man braucht seine Zeit, um Fahrt aufzunehmen – gibt es genug Futter aus dieser Richtung: die Geschichte kann man nämlich getrost als Harry Potter trifft auf „Und täglich grüßt das Murmeltier“ trifft auf X-Men und Konsorten bezeichnen, bei der es genug skurrile aber wie gesagt auch schauderhafte Details für Freunde der Phantastik gibt. Nicht immer sind dabei alle Kleinigkeiten am Rande (z. B. die reanimierten „Marionetten“ – eine Fortführung eines Motivs aus „Toy Story“ –, die Augenfresser-Szenen oder Victors Wiederauferstehung) kindgerecht umgesetzt (deshalb auch sicherlich FSK ab 12 Jahren), korrespondieren aber unumwunden mit den schaurig-schönen Momenten aus dem filmischen Universum des als exzentrisch bekannten Regisseurs, der diesbezüglich gerne mal eigene Kindheitsängste verarbeitet. Insgesamt betrachtet ist „Die Insel der besonderen Kinder“ aber von Drehbuchautorin Jane Goldman (siehe eben jene „X-Men“ aber auch „Kingsmen“ und „Die Frau in Schwarz“) mild mundend abgemischt worden, so dass mit schlaflosen Nächten auch beim jugendlichen Zielpublikum nicht zu rechnen ist. Ausstattungs- und tricktechnisch ist man eh jederzeit so opulent und auf hohem Eye-Candy-Niveau, dass einem die düsteren Momente schnell vergessen gemacht werden. Und wie es sich für heutige Kinomagie gehört, wird „Die Insel der besonderen Kinder“ natürlich auch in 3D präsentiert, was in diesem Fall auch schon fast zum guten Ton gehört. Die Tiefenstaffelung wirkt natürlich und ganz bestimmte Szenen (z. B. Emmas Rettung eines Eichhörnchens) geraten gerade erst auf diese (Seh-)Weise zu kleinen Highlights, die ganz ohne Alles-kommt-Dir-entgegen-Effekte trotzdem ein Wow! verlauten lassen, denn die Plastizität der Bilder passt wunderbar zu den oftmals sehr leuchtenden Farben. Reine Pop-Outs gibt es nur wenige, doch wenn, dann sind diese gelungen. Bildformat: 1,78:1. Mit Asa Butterfield, Eva Green, Ella Purnell, Milo Parker sowie Samuel L. Jackson, Judi Dench und Terence Stamp in tragenden Nebenrollen.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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