Franks Bewertung

starstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

02.05.2017
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Review

von Frank Trebbin

Die stressgeplagte Kellnerin Karla Dyson ist mitten in einem Sorgerechtsstreit mit dem Vater des gemeinsamen Kindes, dem kleinen Frankie, als ihr in einem Freizeitpark direkt quasi vor den Augen der Junge von einer fremden Frau entzogen wird. Gerade noch kann sie sehen, in welches Auto die beiden steigen und so heftet sich Karla mit ihrem Mini-Van auf die Fersen der Entführer. Selbst gefährlichste Verkehrssituationen können die Mutter nicht daran hindern, zumindest den Sichtkontakt zu dem Auto, in dem ihr Sohn gefangen gehalten wird, aufrechtzuerhalten, denn sie ahnt, dass sie sonst Frankie nie wiedersehen würde…

Wie man aus einem ausgelutscht geglaubten Stoff noch den letzten hanebüchenen Rest herausquetschen kann, beweist Luis Prieto mit seinem „Kidnap“. Hier wird nicht etwa die Geschichte mit unnötigem Beiwerk in die Länge gezogen oder gar das übliche wir-warten-am-Telefon-auf-den Anruf-der-Kidnapper geboten sondern der Zuschauer wird nach kurzer, fast schon quälend misslungener Exposition praktisch in eine Art Dauer-Verfolgungsjagd katapultiert, bei der Mutter Karla sich nicht beirren lässt und mit ähnlich harten Bandagen kämpft wie einst Sarah Connor auch ihren Sohn in „T 2“ schützte. Modern, weil mitunter hautnah und hektisch gefilmt rückt „Kidnap“ zudem auch schon angesichts der scheppernden Car-Crash-Szenen eher in die Nähe des Jason-Bourne-Universums als das er als legitimer Erbe von „Kopfgeld“ & Co. gelten mag. Action statt Köpfchen eben. So absurd das Ganze bei näherem Hinsehen auch sein mag, so kurzweilig ist es aber auch geraten. Und weil Halle Berry ihren Part souverän zwischen hysterischem Over-Action (zigfach: „mein Gott, oh, mein Gott!“) und tougher Kämpferin herunterspult, entpuppt sich „Kidnap“ keinesfalls als jener Total-Reinfall, den man angesichts der Story doch eher vermutet hätte. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Chris McGinn, Lew Temple, Sage Correa u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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