Meine Reviews:
Vorab, wie mit einem Mod per PN besprochen: Die Urheberrechte dieses Textes bleiben einzig bei mir. Sollten Änderungen vorgenommen werden (müssen), bitte eine Info an mich. Für mein Review setze ich eine milde SPOILERWARNUNG.
„The end is just a new beginning“
Terrifier 3 (2024) startet am 30.10.2024 in den deutschen Kinos. Ich überlege mir diesen, wie schon Terrifier 2 (2022), mit einigen Freunden auf der großen Leinwand anzuschauen. Während ich die drei Vorgänger / Kurzfilme - The 9th Circle (2008), Terrifier (2011) & M Is for Masochist (2013) - nicht kenne, hatte ich
(2016) erst Ende 2022 erstmals geguckt. Von einem "Hype" o. ä. um dieses Werk hatte ich gar nichts mitbekommen. Die Reihe ist größtenteils /mittlerweile unter den Fittichen des Regisseurs Damien Leone.
In dem Splatter-Horrorthriller beginnt Art, der Clown, (David Howard Thornton) an Halloween eine mörderische Jagd auf die beiden Freundinnen Tara (Jenna Kanell) & Dawn (Catherine Corcoran) und metzelt alles und jeden nieder, der ihm in besagter Zeit begegnet.
Wer nun denkt, dass dies ein gewöhnlicher Slasher mit schlechten Mimen & etwas Gewalt nach Schema F sei, der irrt. Es beginnt bereits mit dem Hauptdarsteller David Howard Thornton. Seine Rolle ist durchweg stumm und der Schauspieler verfügt über Erfahrung als Pantomime, was er hier bestens zur Schau stellt. So sitzt er in einer anfänglichen Szene im Restaurant einfach nur am Tisch gegenüber und zeigt Gesichtsakrobatik vom Feinsten - dies lädt mitunter auch zum Schmunzeln ein. Seine Mimik ist dermaßen gekonnt, dass Erinnerungen an Jim Carrey, etwa in Die Maske (1994) oder Der Dummschwätzer (1997) wach werden; wobei sein bester Film für mich immer noch Vergiss mein nicht! (2004) bleibt. Diese geniale Performance macht Art zu dem fiesen Killer, der einen in seinen Bann zieht, wie es sonst nur Ikonen a la Freddy Krüger & Co. vermochten.
„Ich muss pinkeln.“
„Frag doch den unheimlichen Typen dort.“
Die beiden Mädels wirken mit ihrer natürlichen Art mitsamt betrunken, frierend, eine muss aufs Klo ebenfalls sympathisch, sodass man "trotz" des coolen Mörders will, dass die beiden überleben. Okay, die übrigen Personen sind dann tatsächlich ehern Kanonenfutter. Dafür spinnt man für ein wenig Abwechslung einige übertrieben-skurrile Ideen ein, wie etwa eine Obdachlose ((Ex-)Junkie?!), die eine Babypuppe für ihr leibliches Kind hält... ja, liest sich nicht nur merkwürdig.
Zudem ist der Film optisch im Stil des 80er-Jahre-Kinos gehalten. Was hier mit dem Low-Budget (35'$) erreicht wurde, ist top! Klar hier und da gibts ein bissl Steigerungspotential bei den Effekten, aber es sieht unterm Strich gut (handgemacht) aus. Im Laufe der Spielzeit (81 Minuten o. A.) werden zehn Menschen ihr Leben verlieren. Neben besagten Charakteren zeigt man sich auch bei den Tötungsmethoden mitunter sehr kreativ - über Kopf hängend durchgesägt zu werden kommt jedenfalls nicht in jedem Werk vor. Titten gibts dabei ebenfalls zu sehen, fürs Höschen weg muss die Kamera dann erstmal die Position wechselt... Amis... :D
„Du glaubst nicht, was ich gerade im Radio gehört habe...“
Jedenfalls liegt der Gewaltgrad teils so hoch, dass klar wird, dass dies ein Horrorfilm für Erwachsene ist / sein soll(te). Hier wird mit selbstgebastelten Waffen bzw. Werkzeugen, Keulen und Hämmern zugeschlagen, u. a. mit Messern zugestochen, aufgeschlitzt, Blut fließt, Sägen werden in mittelalterlicher Foltermanier eingesetzt und die Kamera hält zumeist voll druf.
International schwanken die Freigaben übrigens von geschnitten "ab 13" auf den Philippinen über ungekürzt ab 15 in Schweden (Höchstfreigabe) bis ab 21 in Singapur. In Deutschland verweigerte die FSK der Uncut-Version die Freigabe. Diese erschien daher nur ungeprüft und zudem kamen in einer zensierten 18er- & 16er-Fassung heraus. Besagte FSK 16-Variante dürfte aber immer noch härter sein, als gefühlt... mh... 70% (?!) aller indizierten Horrorfilme - meine Meinung.
„Wie kann man ein Croissant essen während man Leichen zerschneidet?“
Nicht nur die Mordszenen, die gesamte Verfolgung, Katz-und-Maus-Spiel etwa auch im Haus & der dazugehörigen Halle / Keller (?!) punkten vor allem auch durch den Soundtrack / -kulisse, der zur gruseligen Stimmung & Atmosphäre klar beisteuert. Hin und wieder schleichen sich auch Verweise auf andere Werke liebevoll ein. Schließlich trifft hier quasi ein neuer Pennywise aus Stephen Kings Es (2017 + 2019) an Halloween (seit 1978) aufs Schminktäschchen, dass bereits die Nonne / Valak aus der Conjuring-Welt (2013) ziert. Eine Säge + Dreirad schreit dann förmlich nach Saw (seit 2004) und wenn ein Gesicht "entfernt" wird, kommen Erinnerungen an Hannibal (1991 bis 2007) auf. Die Polizei lässt derweil auf sich warten, wodurch ich irgendwie an Laid to Rest (2009) denken musste. Kleiner Funfact dazu: Der Krankenwagen, der an Dawn vorbeifährt, während sie im Auto die Radiosendung hört, war ein echter Krankenwagen, der dort im Einsatz war. Die Szene war ungeplant, passte aber zum Film.
Was gibts zu meckern? Naja, die Einleitung ist vllt ein wenig lang, vor allem kommen dabei auch einige merkwürdige Fetis des Regisseurs und Drehbuchautors durch (Art-Schriftzug per Kacke an die Wand gepinselt - echt jetzt?!) und die Spannungskurve liegt halt auch aufgrund des eingestreuten Humors - dieser ist ähnlich gelagert, wie bei Evil Dead (2013) - nicht konsequent auf Anschlag. Sonst bin ich seit der Erstsichtung tatsächlich sehr angetan.
Fazit:
Art, der Clown, schafft es in Terrifier eine Schlachtplatte mit gruseliger Atmosphäre, viel Blut & Gewalt und ab und an Humor zu präsentieren, sodass ich als Horrorfilmfan einfach begeistert bin. Von einem kurzen Einbruch abgesehen, ist dies ein Topfilm. Daher gibt es:
Qualität -> 08 von 10 Punkten
Unterhaltungsfaktor -> 09 von 10 Punkten
Kult(-potential) des Killers -> 10 von 10 Punkten
Gesamtwertung -> 8,5 von 10 Punkten
PS: Dass das Geschehen durchdachter ist, als man auf den ersten Blick erwartet, sieht man gut am Anfang / Ende - passend dazu habe ich das Zitat vom Spiegel gelistet (dies versteht nur, wer den Film kennt).