Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

31.07.2017
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Review

von Frank Trebbin

Eine durchs All trudelnde Sonde mit Gesteinsproben vom Mars wird von dem Team auf der ISS eingefangen. Wissenschaftler Hugh Derry macht sich sofort daran, die Proben auf unentdecktes Leben zu untersuchen – und er wird fündig! Ein mikroskopisch kleiner außerirdischer Organismus wird entdeckt und im Labor zu einer Art Mini-Seestern hochgepäppelt. Als man das Wesen während einer Untersuchung Stromstößen aussetzt, entwickelt sich daraus eine tödliche Bedrohung für das Team: ein krakenförmiges Alien, welches nun quasi auf dem Weg zu Planet Erde ist, wird „geboren“ und macht Jagd auf die Astronauten um ISS-Kommandantin Ekaterina Golovkina…

Immer wieder mal schickt sich ein Science-Fiction-Film an, das legitime Erbe von Ridley Scotts „Alien“ – immerhin mittlerweile schon 38 Jahre alt – anzutreten und den einst wegweisenden Stoff angemessen zu modernisieren. So auch Daniel Espinosas „Life“, eine Multi-Millionen-Dollar-Produktion, die zudem noch mit großen Namen punkten könnte: Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds, Rebecca Ferguson und Hiroyuki Sanada vor der Kamera sowie die beiden „Deadpool“-Autoren Paul Wernick und Rhett Reese als Drehbuchlieferanten sprechen da für sich. Doch der alles in allem gut getrickste und dennoch mitunter billig aussehende „Life“ will partout nicht in die Fußstapfen passen, die Ridley Scott 1979 auf LV-426…, äh…, im Genre des Phantastischen Films hinterlassen hat. Zu sehr ergötzt sich die Handlung am altbekannten Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip des Stalk’n-Slash-Subgenres und lässt das Star-Ensemble in der Schwerelosigkeit phrasendreschend ins Kanonenfutter-Nirwana hinüberbluten (das aber wenigstens visuell beeindruckend). Da trifft dann ganz oft Hochglanz-Trash auf kalkuliertes Blockbuster-Kino vom Reißbrett, was allerdings der Spannung insgesamt betrachtet nicht wirklich schadet, denn Daniel Espinosas Inszenierung setzt überwiegend auf ein stimmiges Tempo. Dass ein Schluss-Twist fast schon Bedingung ist, scheint klar. Hier kommt er aber doch überraschend und erinnert in seiner künstlichen Fatalität an das Science-Fiction-Kino der 1970er-Jahre. Fazit: die „Alien“-Thronfolge ist immer noch nicht geklärt, schlecht ist „Life“ aber deswegen noch lange nicht – nur eben nicht originell. Bildformat: 2,35:1.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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