Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft hat die Menschheit den Planeten Erde zu einer Eiswüste gemacht, bei der das Überleben nur unter Tage möglich ist. Intelligente Humanoide, denen der Dauerfrost nichts ausmacht, sollen die notwendigen Arbeiten an der Oberfläche erledigen, doch es kommt zu einem Aufstand, der zwar niedergeknüppelt werden kann, doch ein besonders intelligentes Modell namens ASH-393 kann fliehen. Und weil man annimmt, dass ASH-393 die Rebellion der Humanoiden weiter befeuern wird, schickt man den abgewrackten Bishop mit seiner Truppe an die Oberfläche, die 48 Stunden Zeit haben, das Problem zu lösen, bevor der in ihren Körpern implantierte künstliche Kälteschutz versagt...
Eins dürfte wohl von Anfang an gewiss sein: einen Preis für Originalität wird Joey Curtis für seinen „Humanoid“ wohl nie erhalten. Die Story, das Setting aber auch die Figuren erinnern in ihrem mehr oder weniger gut funktionierendem Zusammenspiel an eine Art Mischung aus Ridley Scotts „Blade Runner“ und John Carpenters „Die Klapperschlange“, abgeschmeckt mit einem ähnlich beeindruckenden Weltuntergangszenario à la Roland Emmerichs Klimaschutz-Warnung „The Day After Tomorrow“. Natürlich muss man sich jetzt das Ganze nicht als hochpreisige Major-Produktion vorstellen sondern als charmant gedachtes aber ziemlich klammes B-Movie und genau daran liegt die Krux von „Humanoid“: er schafft es einfach nicht, die Aura des Billigen, des Schundigen abzustreifen, was allerdings auch an den schwachen darstellerischen Leistungen liegt . Irgendwie kommt einem nämlich der Film wie einer jener vielen Italo-Epigonen aus Cinecittas 1980er-Jahre-Blütezeit der Kopieren-wir-mal-Hollywood-Ära vor. Luigi Cozzi, Antonio Margheriti und Co. lassen da nämlich mächtig grüßen! So passt es dann auch, dass Joey Curtis und sein Story-Lieferant (Hauptdarsteller Paul Sidhu) mit einem Keoma-ähnlichen Indianer-Freund und einer Hitlers „Mein Kampf“ zitierenden Amazone sogar noch skurrile Edel-Trash-Typen aufmarschieren lassen. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Branden Coles, Arielle Holmes, Timothy Lee DePriest u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin