Franks Bewertung

starstarstarstar / 6

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik stammt aus der Buchreihe "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

Irgendwo in den Sümpfen von Louisiana wird das einsam gelegenes „Starlight Hotel“ von seinem schrulligen Besitzer namens Judd geführt. Judd ist ein alter Veteran, der im Krieg eines seiner Beine verloren hat und seitdem unter sexueller Frustration leidet. Hinter dem Haus hält sich Judd zu seinem Vergnügen einen Alligator, an den er so manches Mal einige unliebsame Gäste verfüttert. Sheriff Martin, der lieber im Puff residiert, läßt dies alles kalt. Die junge Hattie, die sich bei Judd einquartiert, wird dem irren Mörder schließlich zum Verhängnis.

Der zweite Horrorfilm von Tobe Hooper stellt trotz aller gegenteiligen Behauptungen der etablierten Kritik ein weiteres durchaus gelungenes Werk in der Tradition seines „Ketten-Sägen-Massaker“ dar. Neben vielen atmosphärisch dichten Bildern, die ebenso den New-American-Gothic beschreiben wie den aufgeheizten Sommer in den Bayous, ist ein genauso grimmiger Humor mit entsprechenden Seitenhieben auf die amerikanische Kultur (hier: der Cowboy als Idol) zu verzeichnen. Schauspielerisch schwankt „Blutrausch“ allerdings zwischen Ernst und Over-Acting, was ihn schwer einordnen läßt. Trotz der von Tobe Hopper nicht mehr getragenen Endfassung (Interviews mit ihm zufolge soll „Blutrausch“ von Produzent Mardi Rustam umgeschnitten worden sein!) ist die bitterböse und tiefschwarze Parodie auf „Psycho“ unverkennbar. Die deutsche Fassung ist natürlich gekürzt. Alternativtitel: „Death Trap– Blutrausch“. Die Besetzung mit Neville Brand, Mel Ferrer, Stuart Whitman, Marilyn Burns, Robert „Freddy Krüger“ Englund, Roberta Collins u.a. liest sich sehr interessant, oder?

Anmerkung aus 2012:
Unter dem Alternativtitel "Death Trap" ist der Film heute ungeschnitten auf DVD (u. a. bei Pasadena Pictures, 16:9, FSK 18, diverse interessante Extras) erschienen. Trotz eingeschränkter Bildqualität überzeugt Hooper auch heute noch mit einem echten, unverfälschtem Stück dreckigen Exploitation-Kinos mitten aus den 1970ern.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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