Einst war Michael Bryce vielleicht der weltbeste Personenschützer, doch ein misslungener Bodyguard-Job hat ihn aus der Bahn geworfen. Und nun soll ausgerechnet der antriebslose Bryce den berühmt-berüchtigten Auftragskiller Darius Kincaid binnen 24 Stunden von London nach Den Haag eskortieren, damit dieser vor dem internationalen Gerichtshof gegen den weißrussischen Diktator Dukhovich aussagen kann, was dieser natürlich mit allen Mitteln verhindern will. Aus einer jahrelang gepflegten Feindschaft zwischen Bryce und Kincaid wird nun eine Zweckgemeinschaft, denn Dukhovichs Schergen schlafen nicht…
Buddy-Action-Komödien hatten ihre Blütezeit in den 1980er-Jahren und sind bis heute beliebte und dankbare Filmstoffe. Patrick Hughes „Killer’s Bodyguard“ knüpft an diese Beliebtheit an, grast das Subgenre motivisch rundherum ab und liefert auf solidem B-Movie-Niveau bestmögliche Unterhaltungswerte. Diese sind aber – und das sollte man wissen – eng an das herrlich flapsige Zusammenspiel der beiden (auch privat befreundeten) Hauptdarsteller geknüpft, denn der Rest ist zuweilen überraschend ruppiger, aber fast immer austauschbarer Action-Kram, wie man ihn (fast) an jeder Ecke findet. Die Shoot-Outs gefallen, die Fights sind knackig und auch so manches Auto geht live zu Schrott – da ist es dann besonders schade, dass das V/FX-Department punkto CGI- und Green-Screen-Einsatz doch weit hinterherhinkt. Hätte man hier mehr Geld in die Hand genommen und ebenso in Sachen Sound ein paar Tonspuren aufgesattelt, so hätte aus „Killer’s Bodyguard“ locker ein flotter Vier-Sterne-Kracher werden können, zumal sich das sehr spielfreudige Cast mit Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Gary Oldman, Salma Hayek und Joaquim de Almeida sehen lassen kann. Freunde endloser Motherfucker-Dialoge und anderer Fluch-Tiraden werden an „Killer’s Bodyguard“ eh ihre helle Freude haben und so schließt sich dann wieder der Kreis hin zur Blütezeit der Buddy-Action-Komödien, denn hier nimmt man es eher mit Eddie Murphys „Nur 48 Stunden“-Kodderschnauze auf und bedient nicht den üblichen Oneliner-Zynismus heutiger Mainstream-Actionfilme. Bildformat: 2,35:1.
© Selbstverlag Frank Trebbin