Review

Also ich weiss wirklich nicht, warum Eli Roths "Death Wish" hier in den meisten Reviews so mittelmässig oder sogar schlechter bewertet wird?! Was habt ihr erwartet, Leute? Ich jedenfalls hatte mir einen harten, gnadenlosen, direkten, schnörkellosen Action-Revenge-Reißer in guter Oldschool Tradition erhofft, und genau den hat E. Roth auch abgeliefert! Er fügt allerdings auch noch eine gehörige Portion Sarkasmus und Zynismus hinzu, was ja irgendwie auch zum Selbstjustiz Genre gehört, wie die Tomatensosse zu den Spaghetti. Auf CGI Müll verzichtet er augenscheinlich zum Glück komplett. Und mal ganz ehrlich, bei allem Respekt, aber den Bronson Klassiker von '74 bläst Death Wish 2018 wie ein Hurrikan von der Leinwand. Die brachialen Shoot Outs kommen knüppelhart, drücken einen förmlich in den Kinosessel und Roth bleibt sich auch dahingehend treu, als dass natürlich auch eine herrlich fiese Folterszene nicht fehlen darf. Langeweile kommt trotz der 108 min Laufzeit überhaupt keine auf. 
Auf die Story gehe ich nicht weiter ein, diese dürfte hinlänglich bekannt sein; ist ja bei derartigen Streifen sowieso immer sehr ähnlich, darum kommen einem auch hier einige Szenen etwas klischeehaft vor. Mich hat das jedenfalls nicht gestört.
Wichtig ist meiner Meinung nach noch, dass Roth das Geschehen durchaus in Frage stellt, durch kurze, geschickt eingefügte, Radio- und Fernsehsequenzen, in denen das Thema Selbstjustiz kontrovers debattiert wird. Und auch die laschen Waffengesetzte in den USA werden (Achtung Wortspiel) aufs Korn genommen ("Frag nach Bethany...").
Cast und Crew leisten gute Arbeit, Willis ist sicher eine gute Wahl gewesen, aber auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie dem charismatischen V. D´Onofrio oder Dean Norris (Breaking Bad) macht immer Freude.
Fazit: Rundum gelungen, das Ganze. Man bekommt zwar keine grossen Überraschungen, aber dafür genau das, was man als Genre-Fan erwartet.
9/10

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