Gestern Abend hatte ich das Vergnügen, den neuen Death Wish mit Bruce Willis im Kino zu sehen. Im Vorfeld hat mir der Redband Trailer gefallen, allerdings habe ich auch von teilweise vernichtender Kritik gehört. Dementsprechend unterschiedlich waren dann auch meine Erwartungen.
Und ich muss zur meiner Schande gestehen, dass mir der Film eigentlich ziemlich gut gefallen hat. Er braucht paar ein bisschen länger, um in die Gänge zu kommen, so aber nach knapp einer dreiviertelten Stunde bekommt man einen schönen altmodischen Rache Reißer zu Gesicht.
Bruce Willis spielt Paul Kersey, einen Unfallchirug aus Chicago. Er hat alles erreicht, wovon ein Mann nur träumen kann. Eine hübsche Frau, eine nette Tochter, einen gut bezahlten Job. Doch wie schnell man aus dieser Idylle heraus gerissen werden kann, erfährt Paul Kersey am eigenen Leibe. Seine Frau und seine Tochter werden Opfer eines Überfalls im eigenen Heim, seine Frau stirbt noch im Krankenhaus, seine Tochter fällt ins Koma. Kersey hofft anfangs auf die Polizei, doch als er merkt, dass diese eher unfähig sind, nimmt er das Gesetz in die eigene Hand.Der Film beleuchtet das Thema Selbstjustiz aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen, einerseits wird dies kritisiert, anderseits aber auch glorifiziert als einzig wahre Möglichkeit für den Bürger zu seinem Recht zu kommen, da die Polizei ja überfordert ist. Diese Gegensätze haben mir sehr gefallen, dass das Reizthema hier so kontrovers interpretiert wird. Der Zuschauer weiß nicht, ob er die Taten von Kersey für gut oder für schlecht empfinden soll.Wie oben schon erwähnt, plätschert der Film anfangs ein bisschen vor sich hin. Den Überfall hätte man ein bisschen drastischer und länger darstellen können, da hat mir die Umsetzung aus dem Bronson Original deutlich besser gefallen. Auch die Trauerphase nach dem Überfall zieht sich teilweise einfach zu lange hin, hier hätten ein paar Handlungsstraffungen nicht geschadet.Dafür wird der Zuschauer aber dann ab ca. 45 Minuten mit tollen Actionszenen belohnt. Wenn Kersey einmal anfängt mit seinem Rachefeldzug ist keiner mehr vor ihm sicher. Es gibt einige blutige Schussduelle zu Bewundern, diese werden gegen Ende des Films immer Zahlreicher und zu jedem hingerichteten Verbrecher gibt es ein paar zynische Onliner von Kersey hinzu.
Die schauspielerische Leistung von Willis war glaube ich schon mal besser. Entweder kann er von der Mimik her altersbedingt nicht mehr liefern, oder er hat wohl auf die Rolle wenig Lust gehabt. Was Willis jedoch gut macht wie immer ist Verbrecher abknallen und Sprüche klopfen, dass hat er nicht verlernt. In den Actionszenen kann er auf jeden Fall überzeugen. Die anderen Darsteller machen Ihre Sache gut, egal ob es die Verbrecher, seine Frau, seine Tochter oder die Polizisten sind.Einen Quervergleich zum Bronson Original möchte ich jetzt nicht ziehen, ich denke jede Umsetzung hat seine Vor und seine Nachteile. Ich gebe der Neuverfilmung 7/10 Punkte, da diese bis auf ein paar kleine Schwächen gut unterhalten konnte.