Wäre DEATH WISH ein simpler Actionfilm, würde man sich einfach über die amateurhafte Regie und die hölzernen Darsteller sowie die krasse Fehlbesetzung von Bruce Willis als Chirurg auslassen und einmal mehr bedauern, dass Willis’ Laufbahn als ernstzunehmender Star (und bisweilen guter Schauspieler) nun wohl endgültig vorüber ist.
Doch DEATH WISH ist das Remake eines bereits in den 70ern kontrovers aufgenommenen Films und es gibt wohl kaum einen unsensibleren Zeitpunkt für seine Veröffentlichung als diesen, in dem in den USA quasi wöchentlich Amokläufe an Schulen stattfinden und der Präsident mit dem Vorschlag kontert, eben auch noch die Lehrer zu bewaffnen.
Nichts gegen einen provokanten gesellschaftlichen Kommentar – aber daran ist Eli Roth ebenso wenig interessiert wie damals Michael Winner. Das DEATH WISH Remake ist ein Exploitationfilm der übelsten Sorte, der den Zuschauer ganz klar zum Sympathisanten des Rächers macht („Hey, es ist schließlich Bruce Willis!“) und die Geschichte zum Vorwand für HOSTELhafte Foltereien, Goreszenen und höchst unpassend slapstickige Action (eine herunterfallende Bowlingkugel – im Ernst jetzt?) nimmt.
Das bessere (wenn auch inoffizielle) Remake hat James Wan vor einigen Jahren mit DEATH SENTENCE abgeliefert (wiederum auf Basis von Brian Garfields Romansequel), der zumindest als gut gemachter Thriller funktionierte. Hier möchte man nach einer Weile einfach nur noch kotzen.