Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

31.07.2017
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Review

von Frank Trebbin

Mick und Zoe Bradley sind ein ziemlich abgebranntes Pärchen, das mehr oder weniger in einer Kleinstadt im Osten der USA davon lebt, zusammen mit dem Pfandleiher Harvey Trödel aus Lagerauflösungen zu verticken. So gelangen die drei auch in den Besitz alter, grausame Morde zeigender Super-8-Filmrollen, die schnell dem Zodiac-Killer zugeordnet werden können, der Ende der 1960er Jahre erst San Francisco in Atem hielt und dann plötzlich verschwand. Offenbar scheint sich dieser nunmehr 2.500 Meilen entfernt niedergelassen zu haben, so dass das Trio zu ermitteln beginnt, um die immer noch bestehende Belohnung einzustreichen…

Uff…, Glück gehabt…, gefundene Super-8-Filme und so…, Jonathan Wrights „Das Erwachen des Zodiac-Mörders“ hätte auch ein unseliger Found-Footage-Film werden können. Doch glücklicherweise setzt der ansonsten im Second-Unit- oder TV-Bereich arbeitende Wright mit seinem kleinen, aber durchaus ansehnlichen Film auf klassische Erzählmuster – und zwar auf die aus dem nicht mehr allzu oft bedienten Detektivfilm-Subgenre. Zusammen mit dem o. g. Trio begibt man sich auf die Suche nach Beweisen, hakte Orte ab und durchsteht handelsüblich-spannende Situationen. Das wirkt mal erfrischend anders, das ist nicht das übliche Mord-auf-Mord-Einerlei, zumal das Ganze auch recht ordentlich bebildert ist. Ehrlich, das hätte man einem Titel wie „Das Erwachen des Zodiac-Mörders“, dessen Cover-Motiv böse Erinnerungen an „Phantomkiller“ (aka „Der Umleger“) wachwerden lässt und somit schmuddelig wirkt, nicht zugetraut. So aber ist man positiv überrascht und darf angenehm altmodischer Suspense-Unterhaltung beiwohnen, bei der lediglich im letzten Drittel die Gewaltschraube angezogen wird. Das Finale in einem alten Schlachthaus mit dem obligatorischen Twist vor den End-Credits erdet „Das Erwachen des Zodiac-Mörders“ dann jedoch wieder in der Austauschbarkeit heutiger Genrefilme und enttäuscht gegenüber dem weitaus gelungeneren Rest. Bildformat: 2,35:1. Mit Shane West, Leslie Bibb, Matt Craven, Stephen McHattie u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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