Connie Nikas ist eigentlich ein Gelegenheitsdieb, der sich durch den New Yorker Stadtteil Queens mehr schlecht als recht schlägt. Zusammen mit seinem jüngeren, geistig behinderten Bruder Nick verübt er einen dilettantischen Banküberfall. Auf der Flucht wird Nick gefasst und in Untersuchungshaft gesteckt. Als Connie erfährt, dass Nick im Gefängnis brutal misshandelt wurde und nun in einem Krankenhaus liegt, setzt er alles daran, seinen kleinen Bruder schnellstmöglich zu befreien…
Einer der unaufgeregtesten, unspektakulärsten Banküberfälle der Filmgeschichte ist der Ausgangpunkt für einen mitunter atemlos inszenierten Großstadt-Thriller, der ganz dicht an seinen Figuren ist. Abgewrackte Typen voller Probleme in einer abgewrackten Stadt. The city that never sleeps. Das alles ist überwiegend mit Handkamera abgefilmt, so dass es schon irgendwie unangenehm wirkt und schmerzt. Robert Pattison spielt sich dabei als Kleinganove die Seele aus dem Leib, lässt sein Teenager-Idol-Image aus weichgespülten „Twilight“–Zeiten weit hinter sich und präsentiert sich ganz nebenbei als ernstzunehmenden Schauspieler. Die Handlung von „Good Time – Wettlauf gegen die Zeit“ konzentriert sich weitestgehend auf die Ereignisse einer Nacht, die wie ein irrsinniger Trip beginnen und dann leider immer mehr ins episodenhafte, ja, in die Belanglosigkeit abdriften. Während also der Beginn und die erste Hälfte recht stark und elektrisierend auftrumpfen, zieht ganz zum Schluss mehr und mehr Ernüchterung ein – und dass nicht nur auf inhaltlicher Ebene. Auch inszenatorisch lassen die Gebrüder Safdie nach und man fragt sich dann immer öfter, was heute ein junger Scorsese aus diesem „Hexenkessel“-nicht unähnlichen Stoff machen würde. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Benny Safdie, Jennifer Jason Leigh, Buddy Duress u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin