3D-Review
Der 13jährige Adam ist ein Außenseiter an seiner Schule und wird ständig gemobbt. Bei einer ganz besonders üblen Auseinandersetzung merkt Adam, dass sich sein Körper unter Wut zu verändern beginnt. So findet er heraus, dass sein totgeglaubter Vater der legendäre Bigfoot ist, der sich in die weiten Wälder zurückgezogen hat, um den Häschern der Pharmakonzerns HairCo. zu entgehen, die hinter seiner DNA her sind. Als Adam seinen Vater im Wald aufsucht und damit HairCo. eine Spur zu Bigfoot liefert, nimmt das Familienschicksal seinen Lauf...
Der französisch-belgische, aber eindeutig auf den US-Markt zugeschnittene „Bigfoot Junior“ ist nicht mehr – aber auch nicht weniger – als ein harmlos-naiver 3D-Animationsfilm-Spaß ohne inhaltlichen Tiefgang aber dafür mit einer Optik, die sich hinter vergleichbaren Produktionen aus Übersee nicht zu verstecken braucht. Die menschlichen Charaktere sind Blue-Sky-Studio-mäßig eher Cartoon-ähnlich vereinfacht gehalten, dafür aber sind die Hintergründe und Sidekick-Tiere so detailreich und lebendig wie bei Pixar & Co. geraten. Ach, hätten doch Ben Stassen und Jérémie Degruson, die sich den Regiestuhl teilten, nur auf ein besseres, weil cleveres, weil nicht so altbackenes Skript zurückgegriffen, denn inhaltlich fehlt es „Bigfoot Junior“ eindeutig an Pepp. Viel zu oft hat man eine solche Geschichte, bei der es mehr oder weniger um Familienzusammenführung geht, schon gesehen – einzig und allein das eher sonst im Horrorfilm verortete Bigfoot-Thema an sich wirkt etwas frischer, wird aber nicht wirklich ausgebeutet. Was allerdings hier wirklich gut funktioniert ist die 3D-Optik des Films: im Gegensatz zu der Konkurrenz aus dem Hause Disney haben Stassen und Degruson konsequent auf die visuelle Ebene in Richtung Publikum gesetzt und feuern ein wahres Pop-Out-Feuerwerk in Richtung der Zuschauer ab. Ob nun unterschwellig mittels Tiefenwirkung spielend oder gar regelrecht aufdringlich direkt ins Auge gehend – hier macht 3D richtig viel Spaß und verleiht „Bigfoot Junior“ einen Genuss, der vom Inhalt her nicht gerechtfertigt wäre. Ergo: unbedingt auf Bluray in 3D ansehen und dabei das Gehirn in punkto Story ausschalten. Hätte man dann noch den Mut gehabt, das Bildformat nicht wie schon landauf landab üblich mit 2,35:1 zu „beschneiden“ sondern mit füllendem 1,78:1 zu belassen, dann hätte „Bigfoot Junior“ schon am vierten Stern kratzen dürfen.
© Selbstverlag Frank Trebbin