1. Staffel
1999 in einer parallelen, dystopischen Welt. Unkontrolliertes Fracking hat die USA in eine apokalyptische Wüstenei verwandelt und grausame Kreaturen aus dem Schlund der Hölle entlassen. Die Jagd nach Wasser und Benzin bestimmt das Leben. Über alles und allem schwebt der Multi-Konzern „Heart Enterprises“, der sogar eine Fernsehshow namens „Blood Drive“ finanziert, bei dem es um ein Autorennen quer durchs Land geht. Das Besondere: alle Boliden fahren mit menschlichem Blut. Cop Arthur Bailey und die Fahrerin Grace d’Argento, die mit dem Preisgeld eigentlich nur ihrer Schwester helfen will, werden per implantierter Mini-Bomben aneinander „gekettet“ und ins Rennen geschickt…
Die 2017 produzierte und in Südafrika abgedrehte Serie „Blood Drive“, die es auf nur eine Saison / Staffel gebracht hat, soll eine erklärte Hommage an die Grindhouse-Filme der 1970er-Jahre sein – natürlich lässt dabei die Grundidee aus Roger Cormans bzw. Paul Bartels „Frankensteins Todesrennen“ ganz besonders grüßen – und ist ähnlich wie das Rodriguez-Tarantino-Double-Feature „Planet Terror / Death Proof“ ein Sammelsurium aus Zitaten und Verbeugungen vor so manchem eher großen Kino-Vorbild. Ob nun „Robocop“, „Mad Max“, „Die Klapperschlange“, „Motel Hell“, „Ghost In The Shell“ oder George A. Romeros „Dead“-Filme – immer wieder finden sich hinreichend bekannte und lesbare Verweise in „Blood Drive“ wieder, wobei amüsanterweise die ersten Episoden je ganz eine Spielweise des Genres aufs Korn nehmen und so noch am besten funktionieren. „Blood Drive“ startet also mit viel Elan, bösem Humor und eben jenen so wichtigen Inside-Jokes, doch leider nutzt sich die Serie auch ganz schnell ab und auch der recht hohe Blutzoll kann den geneigten Fan solch spezieller Retro-und-Meta-Unterhaltung nicht bei der Stange halten. Das Konzept aus kalkuliert eingebrachter, völlig überspitzt dargestellter Gewalt und offenkundig für TV-Verhältnisse enttabuisiertem Sex aber auch die immer ermüdender und abstruser aufdrehenden Ideen von Show-Creator James Roland reichten eben nicht für eine auf insgesamt dreizehn 45-minütige Episoden ausgelegte Serie aus, zumal gerade die Car-Action oft viel zu mau ausfällt. Schade, denn wie gesagt: die ersten Episoden hatten was. Bildformat: 1,78:1. Mit Alan Ritchson, Christina Ochoa, Thomas Dominique, Colin Cunningham, Marama Corlett u. a.
Seit 24. Juli 2020 auf DVD & Blu-ray erhältlich
© Selbstverlag Frank Trebbin