Franks Bewertung

starstarstarstar / 1

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

17.09.2018
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Review

von Frank Trebbin

Mary Jo Kopechne wird nur 28 Jahre alt. Sie stirbt in einem Auto das nachts von einer Brücke ins Wasser stürzt. Der Lenker kann sich befreien, nimmt jedoch erst 10 Stunden später Kontakt zur Polizei auf. Der Fahrer ist Senator Edward Kennedy, der jüngste der vier Kennedy-Brüder. Als die Öffentlichkeit von dem Unfall erfährt, hat sich bereits das gut geölte Krisenmanagement des Kennedy-Clans in Bewegung gesetzt. Denn Mary Jo hat vermutlich längere Zeit in einer Luftblase unter Wasser überlebt und hätte nicht sterben müssen… (Zitat Ascot Elite Entertainment)

Ein Stoff, der das Leben schrieb. Ein Stoff, der zum Thriller gereiht. Ob nun als Ausgangspunkt für einen mit Hitchcock-Elementen versetzten Reißer wie bei Brian De Palmas „Der Tod löscht alle Spuren“ oder eher nüchtern-spannend als quasi-dokumentarisches Zeitzeugnis so wie hier: die Geschichte um den berühmten Chappaquidick-Unfall am 18. Juli 1969 hat viele Facetten und alle leuchten auf ihre ganz eigene Weise. John Curran stürzt sich mit seinem solide inszenierten, aber immer leicht unterkühlt wirkenden Polit-Thriller ganz auf die Demontage des Kennedy-Clans und auf das moralische Dilemma, welches der nie aus dem Schatten seiner großen Brüder tretende Edward „Teddy“ Kennedy durch sein ihm vom greisen, aber immer noch herrischen Vater (beängstigend: Bruce Dern) auferlegtes berechnendes Zögern und lügenbesetztes Zaudern auslöst. Der Spagat zwischen Teddys politischem Anspruch und seiner persönlichen Tragik wird vom Drehbuch gut herausgearbeitet und John Curran findet dazu Bilder, die das Jahr 1969 lebendig werden lassen und die ein ganz neues Licht auf die Ära der Familie Kennedy werfen. Somit geht „Das Alibi – Spiel der Macht“ als ein auf mehreren Ebenen gut funktionierendes, hoch-politisches Drama durch, welches filmtechnisch betrachtet ohne Makel daherkommt und das inhaltlich als interessanter Gegenentwurf zu „Thirteen Days“, jenem Vorzeigefilm über die positive Macht von Diplomatie und Überzeugungsarbeit (ebenfalls rund um die Kennedys), ungeschminkt den american way of corruption aufzeigt. Fazit: eine gute, eine spannende Geschichtsstunde. Bildformat: 2,35:1. Mit Jason Clarke, Kate Mara, ClancyBrown, Olivia Thirlby u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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