Um ihrem verstorbenen Freund Rob die letzte Ehre zu erweisen, fahren Luke, der an dem Tod nicht ganz unschuldig ist, Dom, Phil und Hutch auf Wandertour durchs wilde Schweden. Als der eh immer missmutige Dom sich bei einem leichten Sturz den Knöchel verstaucht und man die Tour durch einen dichten Wald abzukürzen gedenkt, ahnt noch niemand, dass die merkwürdigen Zeichen aus Tierkadavern und rituell hergerichteten Bäumen auf eine tödliche Gefahr für die Wanderer hinweisen...
Die Netflix-Produktion „The Ritual“ ähnelt nicht nur story- und titel-technisch sondern auch von der Atmosphäre her dem kanadischen „Rituals“ von 1977 und fügt sich somit in dem offenbar immer noch beliebten Backwoods-Horror-Subgenre als ein weiteres kleines Juwel (mit Abstrichen) hinzu. Und obwohl David Bruckner natürlich auch auf die ach so beliebten Böse-Hinterwäldler-Zutaten setzt (ach ja, eine unheimliche Hütte à la „Tanz der Teufel“ gibt es auch), ist doch sein „The Ritual“ keinesfalls so abgeschmackt und vordergründig nur auf Blut aus wie „Wrong Turn“ und Konsorten. Nein, viel eher geht es hier noch ein wenig in Richtung „The Wicker Man“ - mehr zu verraten, hieße, die durchaus zünftige Spannung abzumildern – und lediglich das eher etwas schwächer getrickste Finale lässt einen Großteil der Wirkung verfliegen, die „The Ritual“ in den ersten zwei Dritteln aufgebaut hat. Nun ja, sympathische No-Name-Schauspieler, grandiose Naturkulissen und ein paar splatterige, nie selbstzweckhaft wirkende Details hingegen lassen „The Ritual“ ganz nah an der Grenze zum Vier-Sterne-Film landen. Bildformat: 2,00:1. Mit Rafe Spall, Arsher Ali, Robert James-Collier, Sam Troughton u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin