Arthur beauftragt den psychopathischen Auftragsmörder Charles, ihn und seine Tochter in der Nacht zu ihrem zwanzigsten Geburtstag zu töten. Charles führt den Auftrag durch und erhält danach per USB-Stick einen Videobotschaft von Arthur, der ihm neben dem Passwort für das Konto zu Bezahlung auch seine lebensgeschichte verrät. Und die handelt davon, dass Arthur das zweite Gesicht hatte und von einem schief gelaufenen Exorzismus...
Meine Güte, was für ein kleiner, hässlicher Schundfilm – dies mag einem angesichts der ersten Hälfte des brasilianischen „Our Evil“ durch den Kopf spuken, denn trotz einer nicht zu verleugnenden Atmosphäre kann man mit der Geschichte, die Samuel Galli elendig langsam erzählt, nicht allzu viel anfangen. Fragezeichen über Fragezeichen und dazu noch Gewaltspitzen, die durchweg verstörend wirken. Hinzukommt, dass Bildgestaltung und Montage oftmals eher nach Schnupperkurs einer Filmhochschule aussehen als nach einer professionellen Produktion. Doch, hey, auch der brasilianische Horrorfilm-Maestro José Mojica Marins alias Coffin Joe verströmt nicht gerade Hollywood-Stallgeruch, oder? Und wenn man Samuel Galli und seinem „Our Evil“ die Chance gibt, die in exakt zwei Hälften zerfallende Story zu ihrem zutiefst moralischen Ende zu bringen, so muss man eingestehen, hier etwas erlebt zu haben, was in der gleichen phantasmagorisch-verstörenden Tradition Marins steht, denn ab der Mittel- bzw. Wendemarke reiht sich ein Horrorelement ans andere und Galli gibt dem Affen Zucker. Fazit: Nur aus Brasilien, einem Lnad, in dem Katholizismus und schwarze Magie gleichermaßen tief verwurzelt sind, darf man solche Filme wie „Our Evil“ erwarten. Bildformat: 2,35:1. Mit Ademir Esteves, Ricardo Casella, Antony Mello, Luara Pepita u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin