Während Travis Conrad als Söldner im Einsatz war, wurden seine Frau und der gemeinsame Sohn getötet. Nun ertränkt Travis seinen Kummer im Alkohol, doch als der Ex-Arbeitgeber ruft, muss er wohl oder übel noch einmal ran: Travis soll einen wichtigen Zeugen töten, bevor dieser gegen ein südafrikanisches Unternehmen aussagen kann, welches kuriose Experimente an Menschen durchgeführt hat. Doch anstatt seinen Auftrag abzuschließen, wird der mittlerweile weich gewordene Travis von der Interpol-Agentin Lin erschossen – und für exakt 24 Stunden durch eines dieser Experimente quasi als Untoter am Leben erhalten, um den Aufenthaltsort der Zielperson zu verraten. Doch diese Zeit nutzt Travis ganz, ganz anders...
Ein mit chinesischen Geldern in Südafrika gedrehter B-Action-Film, der nach bekannten US-Vorbildern schielt und dabei noch richtig gut aussieht. Schwer vorstellbar? Nun ja, „24 Hours To Live“ tritt den Beweis an, das dies möglich ist. Und darüber hinaus überrascht der als Stunt-Koordinator nicht ganz unbekannte Brian Smrz in seinem zweiten Spielfilm mit einer Story, die knüppelharte Rächer-Action mit Science-Fiction-Elementen verbindet und in „Crank“-ähnlichen Adrenalin-Gefilden wildert. Gleichsam überrascht ist man von Ethan Hawke, der den Peckinpahschen Fatalismus der Geschichte genial transportiert und glaubhaft den abgehalfterten Killer als Anti-Helden gibt. Ihm zur Seite steht der alte Recke Rutger Hauer in einer Mini-Nebenrolle als Schwiegervater und als Gegenspieler trumpfen Paul Anderson und Liam Cunningham auf, während die für den chinesischen Markt engagierte Qing Xu eher etwas blass zwischen den Fronten steht. Die mit sorgfältigem Überblick und einer wohltuenden Ruhe gefilmten Action-Szenen tun in den besten Momenten richtig weh und dürften das Herz eines jeden Action-Fans höher schlagen lassen. Hier zeigt Brian Smrz, was er sich über Jahre bei anderen abgeguckt hat und lässt trotz erkennbar geringem Budget quasi die bestmöglichen handgemachten Fights und Shoot-Outs auf den Zuschauer los. Schade nur, dass der trockene Witz von „24 Hours To Live“ nicht jedermanns Sache sein dürfte und man gerade im Finale doch eine deutlich höhere Schlagzahl erwartet hätte. Hier hatte einen einst „John Wick“ sehr verwöhnt und die Messlatte entsprechend hoch gelegt. Trotzdem: rundum gute Action-Unterhaltung, die trotz leichter Abstriche vier Sterne verdient hat. Bildformat: 2,40:1.
© Selbstverlag Frank Trebbin