Danny ist ein junger Schwarzer, der von Uncle, dem örtlichen Vertreter der Russen-Mafia, zum Drogendealen missbraucht wird. Als Danny eines Tages von Uncle so geschlagen wird, dass er bewusstlos auf der Straße zusammenbricht, erscheint Mary, eine Auftragskillerin des schwarzen Paten Benny, die Danny just ein Jahr zuvor zum Waisen geschossen hat, um den Jungen zu retten. Weil Mary sich für das Schicksal des Jungen verantwortlich fühlt, tötet sie Uncle und löst damit eine Kettenreaktion aus: bald muss sie sich zwischen dem Jungen und ihrem Leben als Mitglied von Bennys Clan entscheiden...
Bereits die Titelsequenz lässt den erfahrenen Zuschauer tief in Erinnerungen an längst verblasste 1970er-Blaxplotation-Movies schwelgen und die ersten paar Szenen verorten „Proud Mary“, wohlwollend betrachtet ein moderner Vertreter der vorgenannten Stilrichtung, in einer brutalen, desillusionierten Welt, in der nur das Recht des Stärkeren zählt. Und mittendrin in diesem Moloch namens Bostoner Unterwelt ist da ein Killer mit Herz – diesmal schwarz und weiblich aber immer noch genauso stereotyp skizziert wie die männlichen Pendants zuvor. Leider erreicht Babak „London Has Fallen“ Najafi nie wieder die Qualität der ersten zehn Minuten, denn was danach kommt ist zwar solide, aber weithin austauschbare Genre-Ware, bei der die Logik nie ernsthaft hinterfragt werden sollte. Ein wenig „Black Godfather“-Drama hier, einen Schuss Seifenoper (zuviel?) und einen Body Count, der sich zum Ende hin durchaus sehen lassen kann. Recht auffällig ist dabei, dass Babak Najafi in den sich immer intensiver zeigenden Shoot-Outs, bei denen aber nie wirkliche Gefahr für unsere Heldin besteht, kaum Härte untergemischt hat; das wenige Blut, welches da sprüht, ist zudem auch per CGI getrickst. Jahi Di'Allo Winston als ein blutjunger Nachwuchs-Gangster, der hier gerettet werden soll, stiehlt ein wenig die Schau in einem Film, von dem man sich nach dem starken Beginn definitiv mehr erhofft hat. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Taraji P. Henson, Billy Brown, Danny Glover, Neal McDonough u. a.
Ab 06.09.2018 erhältlich auf Blu-ray, DVD und als Video on Demand
© Selbstverlag Frank Trebbin