In grauer, grauer Vorzeit, als Mammuts und Höhlenmenschen die Erde bevölkerten. Das friedliche Tal von Steinzeitler Dug wird von dem bösen Lord Nooth und seinen überheblichen Bronzezeitkriegern überfallen, die in ihrer Gier nach dem Erz alles und jeden kolonialisieren. Dug findet heraus, dass die Eroberer in ihrer Burg Fußball spielen und fordert Lord Nooth und seinen Verein Real Bronzio zu einem alles entscheidenden Match heraus...
Fußball. Für manche die schönste und aufregendste Nebensache der Welt. Nun hat es 2018 im Jahr der Fußball-WM in Russland auch die Aardman-Studios gepackt und man lässt in dem teilweise überraschend an den Nonsens-Humor von Monty Python erinnernden, voller Anachronismen steckenden „Early Man“ Steinzeit gegen Bronzezeit antreten. Sympathische Höhlenmenschen gegen höherkultivierte Böse. Underdogs gegen Favoriten. David gegen Goliath. Same old story. Und damit sind wir bereits beim größten Knackpunkt von „Early Man“: es geht einfach nur um ein Fußballspiel; die neueste, wie gewohnt detailverliebte Aardman-Claymation-Produktion ist „nur“ ein typischer Sportfilm und zwar einer, der erstaunlich viele Parallelen zu Robert Aldrichs „Die Kampfmaschine“ aufweist (inkl. der Brutalisierung des Spiel und des Herzschlag-Zeitlupen-Finales). Das beweist einmal mehr, dass Nick Park ein versierter Kenner der Filmgeschichte ist und auch sein Wissen umzusetzen gedenkt (vgl. „Chicken Run“ oder „Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“). Der Rest ist eine bunte Mischung aus britischer Schrulligkeit, familientauglichen Witzen und aktuellen Seitenhieben auf FIFA, eitle Spitzen-Kicker und das sich fortwährend aufblähende Drumherum beim Sport. Schade, dass es „nur“ um ein Fußballspiel geht. Bildformat: 1,78:1.
© Selbstverlag Frank Trebbin