In den Heilstätten, einem düsteren Ort in der Nähe von Berlin, will eine Gruppe von YouTube-Stars die härteste Challenge aller Zeiten erleben, während die Welt ihnen dabei zuschaut. Die Geschichte der Heilstätten ist von Grauen und Brutalität geprägt und noch heute halten sich Berichte um paranormale Aktivitäten auf diesem ehemaligen Klinikgelände. Ausgerüstet mit Nachtsicht- und Wärmekameras wollen die Jugendlichen den Gerüchten nachgehen. Sie bekommen schnell zu spüren, dass man in diesen angsteinflößenden Hallen sein Glück besser nicht herausfordern sollte. Doch als sie aussteigen wollen, bemerken sie, dass es dafür längst zu spät ist. Ein vermeintlich harmloser Ausflug verwandelt sich plötzlich in einen blutigen Albtraum (Zitat: Pressetext 20th Century Fox Home Entertainment) .
Brandenburgs Beelitz ist mit zwei Wahrzeichen gesegnet: dem berühmten Spargel und den Heilstätten, alten Tuberkulose-Kliniken aus Kaisers Zeiten. Ob man dem Spargel jemals einen Horrorfilm widmen wird, ist wahrlich zweifelhaft (obwohl, es gab ja auch schon die ähnlich gelagerten Killer-Tomaten). Dass man aber den eh schon vom Vandalen- und Grusel-Tourismus gebeutelten Betreibern des Beelitzer Baumwipfelpfads rund um die heute pittoresk verfallenen alten Gemäuer mit „Heilstätten“ einen Bärendienst erweist, dürfte wohl außer Frage stehen – und dass, obwohl der Film „nur“ in den fast baugleichen Pendants in Grabowsee gedreht wurde. Nach einem nervigen Beginn, bei der die YouTuber- und Videoblogger-Szene überspitzt und zappelig abgehandelt wird, nähert sich Michael David Pate genau diesem Zielpublikum mit einer seit langer Zeit mal durchaus funktionierenden Found-Footage-Gruselgeschichte, die locker die Standards des Genres bedient und durchaus gutes Mittelmaß versprüht. Funktionierende Schockmomente, Gänsehaut-Passagen und immer das Wissen, hier keine Sets und Bauten sondern echte Kulissen vor Augen zu haben, sind dabei die großen Pluspunkte, denn inhaltlich bleibt alles so schön flach wie die dem heutigen Jugendwahn geschuldeten Dialoge. Aber wenn dann die Generation Prankster zum Ende hin auf Heulsusen-Niveau eingedampft ist, empfindet man gerade als alter Horrorfilm-Fan doch so etwas wie tiefe Befriedigung. Fazit: als deutscher Genrefilm viel, viel besser als gedacht. Bildformat: 2,35:1. Mit Sonja Gerhardt, Nilam Farooq, Tim Oliver Schultz, Farina Flebbe u. a.
Ab 13. September 2018 auf DVD erhältlich
© Selbstverlag Frank Trebbin