Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

07.06.2018
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Review

von Frank Trebbin

1943, irgendwo im eisigen Norden Norwegens. Gerade erst aus England kommend werden Jan Baalsrud und elf weitere Saboteure vor der Küste von der deutschen Marine aufgebracht. Während die anderen gefasst und schließlich hingerichtet werden, kann Baalsrud schwer verletzt entkommen. Sturmbannführer Kurt Sage sieht es als seine persönliche Aufgabe an, diesen zwölften Mann zu jagen und zu stellen. Doch Baalsrud versucht, mit Hilfe seiner Landsleute sich quer durchs Land nach Schweden zu retten – und das unter schier unglaublichen Umständen…

In den Blütejahren des sogenannten Kriegsabenteuer-Kinos gab es jede Menge Filme, die sich Himmelfahrtkommandos widmeten, bei denen mehr oder weniger ungebrochene Helden ihren Mann stehen durften (z. B. „Die Kanonen von Navarone“). Diese endeten unisono mit dem Erfolg der Aktion und der zumeist unkomplizierten Rückkehr hinter die eigenen Reihen. Mit dem norwegischen „The 12th Man“, der sich vor keiner Hollywood-Produktion zu verstecken braucht, kehrt man nach Jahren der Stille an dieser filmischen Front genau zu solcher Art von schlechthin unreflektiert bezeichneten Abenteuern zurück – und zwar fast schon bis zu dessen Wurzeln. Hier lässt nämlich das Hardy-Krüger-Vehikel „Einer kam durch“ von 1957 schön grüßen, denn auch „The 12th Man“ fängt da wo kaum einer vorher endete: mit dem Scheitern des Himmelfahrtkommandos. Die bereits in den ersten Einstellungen des Films einsetzende Flucht des Norwegers Baalsrud hält einige beeindruckende Bilder parat, ist durchgängig packend wenn auch manchmal etwas langatmig erzählt und stimmt letztendlich das Hohelied auf den Zusammenhalt der unterdrückten Zivilbevölkerung an. Die Strapazen der tatsächlich so geschehenen Ereignisse werden herb-realistisch dargestellt sowie Schwarz von Weiß strikt getrennt und so verdichtet sich Baalsruds Überlebenskampf neben dem Fernduell gegen den milde dämonisierten Sage zur Grundaussage über den Willen zum Widerstand schlechthin. Das kann man mögen und auch den Umstand, dass Harald Zwart das Ganze als eher stilles Drama ohne die übliche „große“ Action angelegt hat. Bildformat: 2,35:1. Mit Thomas Gullestad, Jonathan Rhys Meyers, Mads Sjogard Pettersen, Marie Blokhus u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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