Franks Bewertung

starstarstar / 4

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

20.06.2019
433 Mal gelesen

Review

von Frank Trebbin

Auf einem Streifzug findet Teenager Eli einen mysteriösen Gegenstand, der wie eine futuristische Waffe aussieht. Zunächst hält er seinen Fund geheim, doch als sein frisch aus dem Gefängnis entlassender Bruder Jimmy von seinem alten Gangsterboss bedroht wird, nutzt Eli den Apparat, der sich als mächtige Alien-Waffe erweist, um seinem Bruder zu helfen – nicht ahnend, dass sie dadurch zu Gejagten werden. Jetzt ist nicht nur die Gangsterbande hinter ihnen her, sondern auch die außerirdischen Streitkräfte, die die Waffe einst zurückgelassen haben und unbedingt wieder zurück wollen (Zitat: Pressetext Concorde Home Entertainment)!

Dieser Film macht es einem nicht leicht. Nein, „Kin“ ist keinesfalls ein so sorgloser Science-Fiction-Spaß, wie uns Cover, Kurzinhalt und Werbezeilen vorgaukeln wollen. Ok, Science-Fiction-Elemente spielen auch eine Rolle, aber in erster Linie ist „Kin“ ein düsterer, teilweise brutaler Blick auf eine durch Kriminalität und Armut verlorene Jugend und eine eher herbe Coming-of-Age-Ode an den Verlust kindlicher Unschuld. So lassen Josh und Jonathan Baker, die zwar das Drehbuchschreiben in fremde Hände gegeben haben aber ansonsten neben der Regie auch für die Geschichte an sich verantwortlich sind, eins ums andere Mal die Story ganz anders oder auch fragwürdiger entwickeln als wie im Mainstream sonst so üblich. Das hinterlässt mitunter einen merkwürdigen Beigeschmack, zumal „Kin“ nie wie aus einem Guss wirkt und es handlungsmäßig wegen der mäandernden Road-Movie-Erzählweise auch an einer gewissen Stringenz fehlt. Die vollmundig versprochene Action wird bis auf das mit „Terminator“-Reminiszenzen versehene Finale, welches mehr als okay ist, eh nur immer angerissen. So wird man auch angesichts mancher offener Fragen, die gerade den gewählten Titel (Kin bedeutet Sippe, Verwandschaft etc.) schön doppelbödig erscheinen lassen das Gefühl nicht los, dass die Gebrüder Baker eigentlich noch viel, viel mehr zu erzählen hätten – und man all die Antworten nie erfährt, weil es wegen der mageren Einspielergebnisse kaum eine Fortsetzung zu „Kin“ geben dürfte. Fazit: mal etwas ganz anderes. Bildformat: 2,39:1. Mit Myles Truitt, Jack Reynor, James Franco, Zoe Kravitz, Dennis Quaid u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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