Franks Bewertung

starstarstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

23.01.2019
881 Mal gelesen

Review

von Frank Trebbin

Sie arbeiten außerhalb staatlicher Grenzen, in einer Welt ohne greifbare Gegner. Für die Regierung sind sie „Geister“ – unsichtbar erledigen sie alle Jobs, bei denen Diplomatie und militärische Lösungen versagen. Elite-Agent James Silva wird in die Botschaft eines südostasiatischen Landes einberufen, um eine gefährlich hohe Menge an verschwundenem radioaktiven Material wiederzubeschaffen, das mehrere Großstädte weltweit auslöschen könnte. Als plötzlich der mysteriöse Spion Li Noor James Silva und seiner Spezialeinheit einen Deal vorschlägt, beginnt ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit. Denn es gibt eine Bedingung für den Geheimnisaustausch: Li Noor will schnellstmöglich außer Landes gebracht werden. Diese Mission entpuppt sich als hochgradig brisant und ruft zahlreiche Gegner auf den Plan, welche den Weg zum Flughafen zur heißen Kampfzone machen. Vor Silva und seinem Team liegen nur 22 Meilen… (Zitat: Pressetext Universum Film)

Was mag es doch bloß mit dieser Paul-Greengrass-Schule auf sich haben, die immer wieder mal (besonders) im Action-Genre Einzug hält. Verwackelte Handkamera-Aufnahmen, ein schnelles Schnitt-Stakkato und möglichst viele Close-Ups. Egal ob nun kunstvoll-energetisch als eigene Handschrift wie bei Greengrass selbst oder aber, um die schlecht choreografierten Kämpfe beleibter Action-Heroes von einst besser aussehen zu lassen: der Dumme ist immer nur der Zuschauer, der die Übersicht verliert und in seiner Orientierungslosigkeit schnell in Langeweile verfällt. Nun hat sich Peter Berg offenbar davon anstecken lassen, denn landauf landab wird genau diese Machart an seiner vierten Zusammenarbeit mit Mark Wahlberg bekrittelt. Doch ist es wirklich so? Nun ja, so richtig übersichtlich im klassisch-unterhaltsamen Stil ist die sehr wuchtige, aber immer irgendwie noch geerdete Action in „Mile 22“, der gerade zum Ende hin schon wegen Iko Uwais wie ein zumindest partielles Remake von „The Raid“ daherkommt, nicht gerade geraten, aber keinesfalls auch so Kopfschmerzen verursachend wie in vielen Kritiken so beschrieben. Nein, die hektisch-moderne Inszenierung mit ihren vielen knüppelharten Fights und blutigen Shoot-Outs passt haargenau zu einem düster-brutalen Blick auf das dreckige Geschäft heutiger Geheimdienste, die wahrlich keine Gentleman-Spione mit Beretta im Smoking mehr beschäftigen sondern mit aller denkbaren technischen Unterstützung Psychopathen losschicken, die schlicht und ergreifend einfach „nur“ Killer-Kommandos anführen. Kein Wunder also, dass „Mile 22“, dessen Handlung man getrost als „Black Hawk Down auf Ethan-Hunt-Terrain“ umschreiben kann, von lauter großmäuligen, sich hässlich gebenden Unsympathen bevölkert wird. Identifikationsfiguren sucht man in dem durchaus auch als amerikakritisch anzusehenden Action-Thriller vergeblich. Und das wird dem rauen „Mile 22“ leider viel mehr Zuschauer kosten als eine Inszenierung, die auf der Höhe der Zeit angesiedelt und dem Grunde nach ziemlich mitreißend ist. Bildformat: 2,39:1. Des weiteren mit Ronda Rousey, John Malkovich, Lauren Cohan u. a.

Ab 25. Januar 2019 als DVD, Blu-ray und Video on Demand erhältlich

© Selbstverlag Frank Trebbin

Details
Ähnliche Filme