London. Ein Serienkiller ermordet brutalst einige Männer, trennt ihnen die Zungen ab und ersetzt sie durch einen Silberlöffel. Chief-Inspector Red Metcalfe wird damit beauftragt, eine Sonderkommission zu bilden, zu der auch die beiden Nachwuchs-Cops Kate und Jez gehören. Metcalfe, der dafür bekannt ist, sich in die Gedanken von Mördern hineinzuversetzen, hat selbst einige dunkle Punkte in seiner Vergangenheit und gerät dadurch schnell unter Erfolgsdruck. Dieser wächst ungemein, als man herausfindet, dass der Killer Jagd auf die Namensvetter der Jünger Jesu macht und man trotzdem weitere Morde nicht verhindern kann. Im Gegenteil: Es könnte sogar einer aus den eigenen Reihen als Täter in Betracht kommen...
Ebenso blutig wie brillant kommt dieser BBC-Krimi daher, der zu keiner Zeit verleugnet, dass sein großes Vorbild „Sieben“ lautet. So gibt es auffällige Parallelen in den gekonnt inszenierten Mordtableaus, in der sorgfältig anmutenden Charakterisierung der Hauptfiguren sowie in dem unheilschwangeren Einsatz von Regen. Doch wenn man „Messias“ einzig und allein auf diese Vergleichsebene reduziert, tut man dem TV-Film, der als Zweiteiler konzipiert und gesendet wird, unrecht, denn er bietet vergleichsweise ebenso hochwertiges Rätselraten bis zum Schluß wie die klassischen Whodunit-Thriller, bei denen natürlich die Auflösung auch nicht gerade voll logisch erscheint. Diarmuid Lawrences „Messias“ ist zudem ein gutes Beispiel dafür, dass auch im Fernsehen Produktionsstandards entwickelt werden können, die durchaus nach Kinofilm aussehen – und dazu braucht es mehr, als nur (wie bei den meisten deutschen „Der große TV-Roman“-Enttäuschungen) kleine schwarze Balken oben und unten am Bildrand. Im TV matted (1,78:1). Mit Ken Stott, Neil Dudgeon, Jamie Draven, Edward Woodward u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin