Dies ist die Geschichte des Hatton Garden Raubs, der 2015 ganz London quasi über Nacht überraschte: eine Gruppe kaum noch als rüstig zu bezeichnender Rentner unter der Führung von Brian Reader sind in den von mehreren Juwelenhändlern genutzten Safe-Raum eingestiegen, haben Schließfach auf Schließfach geknackt und sind mit der größten Beute abgehauen, die je in Großbritannien aufgebracht wurde. Doch während der Einbruch selbst recht einfach war, erweist sich das Verteilen und Verticken der Juwelen und Goldbarren als große Hürde…
Einst, nämlich 1969, spielte Michael Caine einen Ganoven namens Charlie, der Millionen abstaubte. Heute, exakt 50 Jahre später, darf Caine als gebrechlich wirkender Gangster-Pensionär noch einmal ein letztes großes Ding durchziehen – und das, obwohl er seiner jüngst verstorbenen Frau versprochen hatte, sauber zu bleiben. Und sauber läuft auch der Coup in dem auf Tatsachen beruhenden „Ein letzter Job“ überhaupt nicht ab, nein, Regisseur James Marsh nutzt nicht den Glamour und die Spannung eines Caper-Movies im Stile eines Danny-Ocean-Bruchs sondern schildert ungemein unaufgeregt und weitestgehend desillusionierend das zwischenmenschliche Auf und Ab innerhalb der Gruppe von Einbrechern, die von Inkontinenz und anderen Krankheiten geplagt sind und sich trotz einer gewissen Altersweisheit partout bis aufs letzte Hemd bescheißen müssen. So ist erstaunlicherweise gerade die zweite Hälfte von „Ein letzter Job“ geprägt von einer Atmosphäre krimineller Wer-betrügt-wen-Paranoia, die dadurch noch verstärkt wird, dass die Arbeit der Polizei, die den senilen Gangstern, die Fehler auf Fehler anhäufen, recht schnell auf die Schliche kommt, nur als mehr oder weniger stumm ablaufende Parallelmontagen quasi im Hintergrund abläuft. Heiter und leichtfüßig ist somit an „Ein letzter Job“ kaum etwas und lachen kann nur derjenige, der so manchen skurrilen Gag am Rande einzuordnen weiß. Fazit: weder klassische Krimikomödie noch glitzerndes Caper-Movie sondern einfach nur ernüchterndes Alt-Gangster-Kino mit leichtem britischen Sozial-Touch; sicherlich nicht jedermanns Sache. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Jim Broadbent, Ray Winstone, Charlie Cox, Michael Gambon u. a.
Ab 29.08.2019 digital und ab 05.09.2019 auf Blu-ray und DVD erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin