Franks Bewertung

starstarstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

12.07.2012
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Review

von Frank Trebbin

Edinburgh 1828. Der Arzt und Chirurg Dr. Robert Knox ist bemüht, seinen Schülern das bestmögliche Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen. Dazu lässt er auch mal ab und zu eine Leiche vom Galgen schneiden. Als die beiden Grabräuber Burke und Hare hören, wie gut Knox für solche Jobs bezahlt, dienen sie sich ihm an. Leider ahnt der gute Doktor aber nicht, dass die beiden finsteren Gesellen selbst morden, um Leichen liefern zu können. Nach dem Mord an einer stadtbekannten Prostituierten werden Burke und Hare hingerichtet und Dr. Knox der Prozess gemacht.

Die deutsche Kritik mokierte sich bei der Erstaufführung von „Der Arzt und die Teufel“ darüber, dass nur ein paar Motive aus Robert Wises „Der Leichendieb“ wiedergekäut würden. Ganz so ist das natürlich nicht, denn John Gilling geht bei der Darstellung der Umtriebe von Burke und Hare weit über das hinaus, was Wise 1945 wagen konnte. Der recht pietätlose Umgang mit den Leichen wirkt auch heute noch schockierend und grausam. Hinzu kommt, dass Peter Cushing als Dr. Knox jegliche Sympathie abgeht und er mehr der „Frankenstein“-Figur gleicht als einem begnadeten Arzt. Schauspielerisch ist „Der Arzt und die Teufel“ also eine echte Wucht, denn selbst die weiteren Rollen sind gut und glaubhaft besetzt worden. Beim hiesigen Filmstart in den Kinos der 1960er lief „Der Arzt und die Teufel“ laut „Lexikon des Internationalen Films“ 84 Minuten; die mir vorliegende US-Fassung (NTSC = Kinolänge) weist eine Laufzeit von 93 Minuten auf; ergo: die DF ist cut, was sehr schade ist, denn John Gillings Schwarz-Weiß-Horror-Drama ist allemal sehenswert und sollte nur vollständig gesehen werden. Des weiteren mit Donald Pleasence, George Rose, Dermot Walsh u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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