John Stone, ein Ex-„Desert Storm“-Soldat mit religiöser Klatsche, lebt mit seiner Schwiegertochter Zoe in einer inzestuösen Beziehung. Und John Stone ist ein Serienkiller. So benutzt er die ihm treu ergebene Zoe, um in Bars an jungen Frauen heranzukommen, die er dann in seinem im ländlichen Bereich befindlichen Haus gefangen hält und über Tage foltert. Als Zoe eines Tages den jungen Deputy Scott Harris kennenlernt, der auch mal im Irak gekämpft hat, kommt dieser Stone auf die Spur…
Was soll man von einem Torture-Porn-Streifen halten, der sich und diese kontroverse Spielweise des Genres so ernst nimmt, dass er sämtliche Klischees und formelmäßigen Standardsituationen bereits in den ersten paar Minuten auffährt und abhakt? Den insgesamt recht düster geratenen „Daddy’s Girl“ also als innovativ zu bezeichnen, wäre ziemlich vermessen, und doch bietet Timothy Halls Drehbuch einige Kniffe auf, um das übliche Folter-Einerlei zwar nicht erträglicher aber zumindest wie durch einen anderen Blickwinkel erscheinen zu lassen. So nimmt der Zuschauer hier klar die Rolle von Zoe ein, bei der man sich die ganze Zeit fragt, was sie so antreibt und warum sie nicht flieht. Dies macht die eigentliche Spannung von „Daddy’s Girl“ aus, auf die sich der mittlerweile versierte Gerne-Regisseur Julian Richards dann auch folgerichtig bis zum überraschenden Schluss-Twist konzentriert. Der Rest ist übliches Beiwerk aus Kettensägengerassel, (leider vergurkten) CGI-Blut-Effekten und einer liebevoll eingerichteten Folterkammer im Abu-Ghraib-Stil. Das vielleicht interessanteste an „Daddy’s Girl“: er wurde mit indischen TV-Geldern im Kaukasus produziert und ist gnädigerweise ein recht kurzes Vergnügen geworden. Bildformat: 2,35:1. Mit Jemma Dallender, Costas Mandylor, Jesse Moss, Britt McKillip u. a.
Ab 28.08.2020 als limitiertes und serialisiertes Mediabook
© Selbstverlag Frank Trebbin