Detroit in einer nicht allzufernen Zukunft. Die Polizei wird von einem mächtigen Privatkonzern geleitet und kann nur noch mit aller Mühe die Bürger vor der eskalierenden Verbrechenswelle schützen. Deshalb ist der Einsatz von Polizeirobotern geplant. Nach ersten gescheiterten Versuchen erhält der von einer Drogengang in Stücke geschossene Polizist Murphy die Gelegenheit, als biomechanischer Robocop in der Unterwelt aufzuräumen. Hierbei werden auch Verbindungen zu dem allmächtigen, aber korrupten Konzern aufgedeckt.
Paul Verhoevens „Robocop“ ist eine krude und actionreiche Mischung aus fast sämtlichen Motiven, die den Stoff zum Klassiker hat. Vom Thema her zwar eher ein futuristischer Cop-Thriller, so stellt der Film jedoch (zumindest in der sehr blutigen OF, die allerdings wegen der MPAA auch ein paar Schnitte hinnehmen mußte!) ein Meilenstein in der Darstellung publikumswirksamer Gewalt dar. Diese bewußt überzogene Brutalität mit ihren graphischen Spezialeffekten führte dann auch zu einem Wiederaufleben der Diskussion um Gewaltverherrlichung. Die Zukunftsvision einer chaotischen Welt, die von großen Konzernen regiert wird und die den einzelnen zum Spielball mächtiger Interessengruppen degradiert, rückt den Film in die Nähe der anfangs der 70er Jahre populären gesellschaftskritischen Science-Fiction-Filme wie z.B. „Lautlos im Weltall“. Als reines Actionprodukt ist er intelligenter und ironischer (z.B. durch die eingeschobenen Werbespots, die sehr zynisch wirken) als mancher vergleichbare Schwarzenegger-Hau-Drauf-Film. Weil „Robocop“ an der Kinokasse weltweit sehr erfolgreich war, zog er bislang zwei legale Fortsetzungen sowie diverse Rip-Offs nach sich. Die deutsche Fassung ist cut und unmaskiert. Es gibt eine deutsche Laserdisc-Fassung, die länger als die FSK-18-Version ist. In den USA ist mittlerweile ein restaurierter Director’s Cut erschienen. Mit Peter Weller, Nancy Allen, Ronny Cox, Kurtwood Smith, Miguel Ferrer u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin