Review

Meine Reviews:

Vorab, wie mit einem Mod per PN besprochen: Die Urheberrechte dieses Textes bleiben einzig bei mir. Sollten Änderungen vorgenommen werden (müssen), bitte eine Info an mich. 

„Schuldig im Sinne der Anklage. Ihre Strafe wird hiermit um ein Jahr verlängert.“

Russen, Sowjets und Kommunisten sind u. a. aufgrund des Kalten Krieges einer der Lieblings(-film-)gegner der Amerikaner. Gerade in Agenten-, Action- sowie Kriegsfilmen wird sich sehr gerne dieses Feindbildes bedient und irgendwer muss die verhassten Feinde verkörpern. Typische Filmrussen sind / waren Dolph Lundgren, Steven Seagal oder auch der im Vergleich etwas jüngere Scott Adkins (*1976).

Adkins hat im wahren Leben den schwarzen Gurt im Taekwondo & ist Kickboxer - somit reichlich Erfahrung, um glaubhaft vor der Kamera sein Können unter beweis zu stellen. Er trat leider in vielen Schrottfilmen, wie Ninja - Revenge Will Rise (2009) oder Hooligans 3: Never Back Down (2013) auf, statt seinen Ruf als Actiongarant a la Yuri Boyka (Undisputed 2 bis 4 - 2006 bis 2016) auszubauen oder, wie in The Expendables 2 - Back for War (2012) als Co-Star zu überzeugen. Wobei, es gibt bei ihm auch Hoffnungsschimmer, wie Seized - Gekidnappt (2020) oder den Actionknaller

                               Avengement - Blutiger Freigang (Großbritannien, 2019), 

auf gut Deutsch: Racheaktion. Hier begibt er sich auf einen brutalen Rachefeldzug gegen die Leute, die ihn in den Knast gebracht haben und sein Leben zur Hölle werden ließen. Im Gefängnis trainierte er sich zum ultimativen Kämpfer (-> Trailer). Die Handlung klingt hohl? Ja, ist sie an für sich auch, aber das Actionfeuerwerk, das hier geboten wird, ist alle erste Sahne! Unterhaltung pur und nostalgisch-schöne Erinnerungen an DtV-Zeiten können aufkommen. Das verhältnismäßig geringe Budget - 2 Mio.-Pfund - sieht man dem Werk nicht negativ an. Kulissen, wie das Gefängnis, die Häuser, die Leichenhalle usw. wirken nicht billig. In Punkto Kameraführung, Lichtverhältnisse, Schnitte, (passender) Soundtrack und Co. gibt es auch nichts zu meckern. Optisch gut und kein Schnittmassacker - Glück gehabt ;-) 

Der Fokus des 88 Minuten langen Werks liegt ganz klar auf dem Hauptdarsteller sowie dessen Kampfkunst. Er & Regisseur Jesse V. Johnson sind ein eingespieltes Team (etwa Savage Dog (2017)). Knallhart und zeigefreudig, egal, ob er es im Knast gegen Einzelpersonen oder Gruppen / Massenschlägereien, mit Wachen und der Polizei zu tun bekommt oder bei seinem Rachefeldzug die heimgesuchten Opfer niedermäht. Es werden Schläge, Tritte, Kampfsporteinlagen, Kopfnüsse und Co geboten, ein Hammer, Baseballschläger und viele weitere Gegenstände kommen zum Einsatz und das Ganze ist extrem brutal in Szene gesetzt. Die Endszene / die finale Schlägerei in der Bar ist der absolute Knaller und ein würdiges Grande Finale

„Der verlorene Bruder ist zurück.“

Die FSK verwehrte dreimal die 18er-Freigabe. Es fehlen in der KJ-Fassung in etwa 20 Szenen rund eine - sehr lang wirkende - Minute. In den meisten anderen Ländern erhielt der Actioner die Höchst- oder Erwachsenenfreigabe. Ab 18 ist hier vollkommen ok, bei all dem, was man zu sehen bekommt und in welchem Zusammenhang. Die Kamera hält voll drauf. Nebenbei kommen hier u.a. Erinnerungen an 'Fresse auf den Bordstein' (AHX (1998)) auf. Aufgrund besagter Freigabeverweigerung wurde die unzensierte Version aus Netflix entfernt bzw. gegen die zensierte 18er-Fassung getauscht. Ich hatte seinerzeit das günstige Futurepak gekauft - schick & ungekürzt.

Ein wenig Handlung und Hintergründe bekommen wir spendiert, sodass Sympathien und Antipathien fruchten (können). Manch einer findet diesen Part langweilig, mir gefällt es. Die Qualität und der Filmgenuss werden durch diese Geschichten meiner Meinung nach erhöht, denn was mach mehr Spaß anzuschauen als gute Schlägereien? Richtig, gute Schlägereien, in denen die Richtigen aufs Maul bekommen^^ Vor allem der Bruder Lincoln (Craig Fairbrass) und sein Handlanger Tune (Thomas Turgoose) überzeugen auf der "Gegenseite". 

„… mein eigener Bruder?!“


Fazit:

Einer der brutalsten (Action-)Filme, die ich je gesehen habe. Hart, gewalttätig, konsequent und unterhaltsam. Hirn aus, Film an und pure, schnörkellose Action für ein Erwachsenenpublikum genießen. Schade, dass Scott Adkins nicht öfter mal so gelungen zeigt, was er drauf hat. 

10 von 10 Punkten


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