Vor 40 Jahren haben Johnny und seine Kumpels die New Yorker Schriftstellerin Jennifer Hills vergewaltigt und blutig dafür bezahlt (siehe: „Ich spuck auf Dein Grab“). Becky, Johnnys Frau und Matriarchin einer Familie degenerierter Hinterwäldler, sinnt immer noch auf Rache. Die Gelegenheit ergibt sich, als Jennifer mit ihrer Tochter Christy, einem bekannten Model, in eben jener Gegend von damals unterwegs ist. Als Becky in ihrem Blutrausch Jennifer kurzerhand enthauptet,
Der mittlerweile 83jährige Meir Zarchi, der 1978 den zwar bei Fans kultisch verehrten, tatsächlich jedoch völlig überbewerteten Rape-and-Revenge-Klassiker „Ich spuck auf Dein Grab“ gedreht hat, kehrt, nachdem er ab 2010 nur als ausführender Produzent bei der Remake-Trilogie beteiligt war, zu seinem Original zurück und erzählt die Geschichte der von Camille Keaton verkörperten Jennifer Hills weiter. „Das sollte doch ne schnelle Nummer werden!“, beschwert sich nach gut einer halben Stunde einer von Beckys Schwachköpfen, doch mit 148 Minuten Laufzeit sollte diese offizielle Fortsetzung wohl weniger Quickie als eher ein Opus magnum innerhalb dieses schon von der expliziten Thematik her schwer zu verdauenden Subgenres werden. Tja, weit gefehlt: „I Spit On Your Grave: Deja Vu“ ist trotz aller inszenatorischen Reminiszenzen an die gute, alte Zeit der schmierigen Exploitation-Movies aus seligen 1970er-Jahre-Bahnhofkino-Zeiten ein riesiger, aufgeblähter Mist geworden, der es wohl kaum noch einmal in die Annalen des Horrorfilms schaffen wird. Dilettantische Effekte, gespielt wie eine billige Parodie bzw. so völlig überzogen wie eine x-beliebige Troma-Produktion, dazu noch ausufernde Dialoge, die zum fremdschämen sind – nein, „I Spit On Your Grave: Deja Vu“ ist ganz, ganz schwer zu ertragen. War das Original vor vielen, vielen Jahren noch ein kleiner, dreckiger, wohlkalkulierter Tabubruch, so ist der Aufguss heute kaum mehr als ein ärgerlicher Machwerk aus der untersten Schublade. Bildformat: 2,39:1. Des weiteren mit Jamie Bernadette, Maria Olsen, Jim Tavaré, Jonathan Peacy u. a.
Ab 17.09.2020 digital und ab 01.10.2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin