Seit seiner Kindheit ist Student Luke etwas labil, was sicherlich daran liegen mag, dass er als kleiner Junge von seinem imaginären Freund Daniel dazu verleitet wurde, seine Mutter zu vergiften. Das ging damals gerade noch gut und Daniel wurde auch prompt in die Verbannung geschickt, doch heute wird dieser von Luke wieder heraufbeschworen und diese neuerliche Allianz ist mörderischer als gedacht...
1960 gab es die archetypische Initialzündung für die Darstellung eines schizophrenen Mörders: Norman Bates war geboren. Fortan orientierte sich das Psychothriller-Subgenre motivisch aber auch filmisch mehr oder weniger an Alfred Hitchcocks Meilenstein. Selbst zu seligen Stalk'n'Slash-Zeiten gab es für die vielen irren Schlitzer zwei, drei erklärende Hintergrundszenen rund um eine verkorkste Kindheit, einen bösen Streich oder sonst irgend etwas. Regisseur Adam Egypt Mortimer und sein Co-Drehbuchautor und literarische-Vorlage-Lieferant Brian DeLeeuw schlagen mit „Der Killer in mir“ einen anderen, durchaus nicht uninteressanten Weg ein, in dem sie – „Fight Club“ nicht unähnlich – die Schizophrenie von Luke quasi im wahrsten Sinne des Wortes verkörperlichen und eben so gut wie keine Erklärungen liefern. Wie ein böser Geist folgt Lukes Alter Ego Daniel diesem auf Schritt und Tritt und flüstert dem anfangs Nichtsahnenden die absurdesten „Ideen“ ein – was natürlich irgendwann in einer Spirale der Gewalt enden muss. Das mag sich auf dem Papier ganz spannend anhören, doch leider fehlt es „Der Killer in mir“ an einem gewissen Schliff, um wirklich mehr als nur oberflächlich unterhaltsam zu sein. Ganz zum Schluss driftet dann diese Psycho-Mär in Richtung „Mandy“, „Jacob's Ladder“ und andere bebilderte Kopf-Welten ab und verleitet Arnold Schwarzeneggers Sprössling Patrick dazu, auf den Spuren von Nicholas Cage zu wandeln. Fazit: nicht Fisch, nicht Fleisch, aber durchaus okay. Bildformat: 2,39:1. Mit Miles Robbins (der auch berühmte Eltern hat: Susan sarandon und Tim Robbins), Patrick Schwarzenegger, Sasha Lane, Mary Stuart Masterson u. a.
Ab 18.11.2020 digital und ab 20.11.2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin