London. Über ihre Freundin Lucy lernt Katia, ein aus Polen stammendes Au-pair-Mädchen, den Tätowierer Bob kennen, der in seinen Kreisen wegen seiner Kunstfertigkeit durchaus bekannt ist. Und weil Bob erste Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung zeigt, möchte er noch einmal ein wirklich großes Kunstwerk schaffen: nicht der Kunde sondern er bestimmt über die Motive, die von Kopf bis Fuß reichen sollen. Dazu entführt er Katia, die er wegen ihrer perfekten, weil eben noch völlig „freien" Haut schätzt, hält sie in seinem Keller gefangen und beginnt mit seiner Arbeit…
Wer kann sich eigentlich noch an „Tattoo“ von Bob Brooks erinnern, der 1981 kurz wegen seiner psycho-sexuell aufgeheizten Geschichte im Horrorgenre aufblitzte und lediglich wegen Bruce Dern in der Rolle des der Realität entrückten Tätowierers auffiel? So gut wie niemand? Nun ja, Kevin Chickens „Perfect Skin“ bearbeitet ein ähnliches Terrain und jede Wette, dass die keineswegs in billigste Exploitation abgleitende britische Produktion ein ähnliches Schicksal erwartet: für Torture-Porn-Fans aber eben auch für ein Nischen-Publikum, was sich für Body-Modification erwärmt, zu zahm, wird „Perfect Skin“ nur kurz in einschlägigen Kreisen für Aufmerksamkeit sorgen und höchstens wegen des ausdrucksstarken Gesichts von Richard Brake nicht ganz so schnell in Vergessenheit geraten. Wiederum geht es motivisch in Richtung japanischer „Tokugawa“-Zwangs-Tätowierung aber auch hin zu Clive Barkers S/M-Ketten-Horror-Stil. Der suggestiv-treibende Soundtrack und die unangenehm nahe, viel zu intime Kameraführung verdecken über lange Zeit geschickt, dass Kevin Chicken so gut wie keine Spannung aufbaut, man aber trotzdem den Blick nicht abwenden mag, denn als sehr, sehr dunkle Love-Interest-Fetisch-Phantasie hat „Perfect Skin“ so seine (wenigen) Momente. Nun ja. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Natalia Kostrzewa, Jo Woodcock, Tom Ashley u. a.
Ab 18. Oktober 2019 als DVD, Blu-ray, digital sowie als limitiertes Mediabook #17
© Selbstverlag Frank Trebbin