Franks Bewertung

starstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

07.11.2019
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Review

von Frank Trebbin

Als ein gewissenhafter Gerichtsmediziner und seine Assistentin in einem Leichenschauhaus ihrer Arbeit nachgehen, werden sie plötzlich von drei maskierten und schießwütigen Einbrechern überrascht. Sie wollen ein Beweisstück vernichten, das sich in einer Frauenleiche befindet. Doch der Pathologe gibt sich nicht kampflos geschlagen und ein gefährliches Katz-und- Maus-Spiel beginnt (Zitat: Pressetext Eurovideo).

„Stirb langsam II“ trifft auf „Panic Room“. Wer denkt bei dieser Werbezeile, einem TODAY-Zitat, nicht an eine typisch maßlose Übertreibung? Doch, welch Überraschung: Renny Harlins „Bodies At Rest“ erfüllt über weite, weite Strecken die Erwartungen, die mit dieser Aussage geschürt werden. Weihnachten, ein Überfall, das Eingeschlossen-Sein in einem leeren Gebäude verbunden mit dem Einer-gegen-alle-Prinzip: ja, die Zutaten sind hinreichend bekannt, munden aber bei dem recht flott inszenierten „Bodies At Rest“ noch einmal auf angenehm frische Weise, zumal man inhaltlich natürlich auch noch bekannte Vorbilder aus den wilden Heroic-Bloodshed-Tagen hofiert. Fast scheint es so, dass Renny Harlin überhaupt mit seinem Wechsel nach Hongkong („Bodies At Rest“ ist sein mittlerweile dritter Film dort) so etwas wie ein kleines Comeback erlebt, denn selbst sein Inszenierungsstil knüpft wieder an alte, bessere Zeiten an. Die Kamera ist höchst agil ohne aber den Überblick zu verlieren, die Action – auch wenn eher etwas kammerspielartig angelegt und keinesfalls so groß angelegt wie bei seinem „Stirb langsam II“ – ist stimmig und ebenso weiß das Maß der Härte zu gefallen. Und selbst wenn für meinen Geschmack gerade in der zweiten Hälfte ein Zuviel an Wendungen zu verzeichnen ist und sich Wiederholungen bei den Fights einschleichen, so komme ich doch unumwunden zu folgendem Fazit: ein gelungener kleiner aber durchweg solider Hongkong-Reißer für den Hunger zwischendurch oder als Appetitanreger für ein Wiedersehen mit John Woos „Hard-Boiled“. Bildformat: 2,39:1. Mit Nick Cheung, Richie Jen, Zi Yang, Carlos Chan u. a.

Ab 07.11.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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