Der Podcast „The Spooky Hour“ wird von Jessica und William mit viel Herzensblut betrieben und so freuen sich die beiden Urban-Legend-Fans auch riesig, als sie die Filmproduzentin Laura Benott für eine Horror-Dokumentation engagiert: zusammen mit ihrer Freundin Erin sollen die Beiden den Rootwood Forest auf- und untersuchen, in dem der Legende nach ein hölzerner Teufel hausen soll, der einsame Wanderer jagt und tötet…
Hölzerner Teufel…, hmm…, wohl eher hölzern chargierende Darsteller, oder? Ist das nun bierernst oder schon Persiflage? „Rootwood“ ist ein unabhängig in Hollywood produzierter Z-Grade-Film mit auffallend hoher deutscher Beteiligung (Regisseur, Drehbuchautor, Produzent), der in die einst von „Blair Witch Project“ vorbereitete Found-Footage-Kerbe haut und diese durchaus augenzwinkernd auf den Arm nimmt. So zumindest nimmt man an, wenn man die erste Hälfte von „Rootwood“ sieht – später ist man sich da allerdings nicht mehr so sicher, denn über allem schwebt eine gewisse gekünstelte Unechtheit und leichter Irrsinn. So erinnert dann auch die fast schon aufreizend zur Schau gestellte Diskrepanz zwischen Schein und Sein in ihrer naiv-charmanten Unbekümmertheit an die alten Kracher von Al Adamson oder Andy Milligan, von dem übrigens Regisseur Marcel Walz offenbar auch den Hang zur ständigen und auffallenden Umkostümierung der Darsteller geerbt hat. Kurzum: wer sich damit anfreunden mag, dass „Rootwood“ ohne Spannung und (fast) ohne Blut dafür aber nicht unwitzig-trashig daherkommt, der sollte mal einen Blick wagen. Für alle anderen ist „Rootwood“ als reiner Horrorfilm komplett uninteressant. Bildformat: 2,35:1. Mit Tyler Gallant, Elissa Dowling, Sarah French, Felissa Rose u. a.
Seit dem 15.10. DIGITAL und ab 05.11.2020 auf DVD und BLU-RAY erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin