Melanie hat alles: eine Traumvilla an der Elbe und einen reichen Mann. Doch leider ist die 21jährige auch eine hysterische Psychopathin, die sich vom Geschrei ihres neugeborenen Kindes genervt fühlt und das Baby kurzerhand umbringt – natürlich als Unfalltod getarnt. Danach holt sie ihre sechsjährige Tochter Maria wieder ins Haus, die seit Jahr und Tag bei Pflegeeltern lebt. Zwischen den beiden Müttern entbrennt ein Kampf um das Kind...
Dass gerade der umsichtige Autorenfilmer Hark Bohm auch seinen Teil zur nicht enden wollenden Serie um "Die Hand an der Wiege"-Derivate beisteuert, ist ja nicht gerade verwerflich; dass aber sein Psychothriller mit erhobenem Zeigefinger daherkommt, der schon mal böse auf deutsche Adoptions- und Jugendgesetze zeigt, ist doch eher nervig und fehl am Platze. Die allzu durchsichtige Gut-gegen-Böse-Geschichte wartet zwar mit feinnervigem Spiel auf und beleuchtet das Schicksal Marias, zwischen zwei Müttern hin und her gerissen zu sein, auf eindringliche Weise, doch ist das alles kaum mehr den Gesetzen des Genres unterworfen sondern nur noch der bloßen Zurschaustellung melodramatischen Mitzitterns gedeihlich. Fazit: so dröge wie die kritisierte Rechtsnormen. Im TV letterboxed (1,8:1). Mit Johanna ter Steege, Jeannette Arndt, Heinz Hönig, Lili Bohm u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin