Franks Bewertung

starstarstarstar / 3

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

11.07.2020
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Review

von Frank Trebbin

Ein Flug von Berlin nach Paris. Alltägliche Arbeiten im Cockpit eines Airbus A319. Co-Pilot Tobias Ellis bereitet routiniert den Abflug der Maschine vor. Der Start verläuft wie immer reibungslos. Doch dann hört man Geschrei in der Kabine. Eine Gruppe junger Männer, unter ihnen der achtzehnjährige Vedat, versuchen ins Cockpit einzudringen. Es beginnt ein Kampf zwischen Besatzung und Angreifern, eine Zerreißprobe zwischen dem Wunsch, einzelne Leben zu retten und noch größeren Schaden abzuwenden. Die Cockpittür wird zum Kampfgebiet und Tobias gerät in die Position, über Leben und Tod entscheiden zu müssen… (Zitat: Pressetext LEONINE Distribution GmbH)

7500 ist der internationale Funkcode für einen gewaltsamen Zwischenfall auf einem Passagierflug. Patrick Vollraths „7500“ ist also ein Film über eine Flugzeugentführung, von denen es ja bekanntermaßen schon einige gibt. Allen gemeinsam ist der Umstand, dass ein Held – mal mitfliegender Sky Marshal, mal zufällig an Bord befindlicher Ex-Elitesoldat – die Sache in die Hand nimmt: die Bösen werden unschädlich gemacht, das Flugzeug landet mehr oder weniger sicher, Happy End (zumeist geht der Held mit der Stewardess einen Kaffee trinken oder mehr) und Schlussklappe. „7500“ ist anders, ganz anders. Kammerspielartig und quasi in Echtzeit erzählt Langfilmdebütant Vollrath die Geschichte nämlich nur aus der Perspektive der eingeschlossenen Piloten, denn die Kamera verlässt nie das verrammelte Cockpit. Nur ein kleiner Monitor zeigt, was direkt vor der Tür passiert: mit der Hinrichtung von Geiseln wollen die Entführer Zutritt erzwingen. Und so trägt Joseph Gordon-Levitt in der Rolle des Co-Piloten Tobias Ellis schauspielerisch die ganze Last des Films und lässt den Zuschauer hautnah an seinem bitterlichen Dilemma teilhaben. Auch wenn sich später das Blatt wendet und noch so einiges passiert, so sind es aber genau jene moralisch interessanten und fragilen Momente, die „7500“ so stark, so intensiv machen. Fazit: ein hochspannender, mal ganz anders bebildeter Thriller über eine Flugzeugentführung, der nicht nur dadurch überrascht, weil er eine mit deutscher TV-Beteiligung gestemmte Produktion ist, sondern auch wegen seinem mitreißenden Realismus. Bildformat: 2,35:1. Des weiteren mit Aylin Tezel, Omid Memar, Carlo Kitzlinger, Murathan Muslu u. a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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