Mexico City. In einem Mietshaus wird die attraktive Eva ermordet. Für Nachbarin Dolores ist diese Tat der Beginn eines schrecklichen Alptraums, denn Eva scheint der schwarzen Magie zugetan gewesen zu sein und hatte Dolores' Ehemann Andrés verhext. Dieser verhält sich auch ziemlich merkwürdig, tut jedoch das Gehabe seiner Gattin als psychotisches Trauma ab und schickt sie zum Psychiater. Eine Kartenlegerin offenbart Dolores schließlich, daß sie das Opfer eines Dämons werden soll...
"Sobrenatural" gehört zu den wenigen mexikanischen Horrorfilmen, die nicht mit Ringern aufwarten, die durch einen Pfuhl unfreiwilligen Humors waten müssen. Viel eher ist "Sobrenatural" ein über weite Strecken düsterer Psychothriller, bei dem Phantasie und Realität mehr als einmal die Plätze tauschen. Die Handlung, die Regiedebütant Daniel Gruener zusammen mit Co-Drehbuchautor Gabriel Gonzàlez ersonnen hat, orientiert sich weitestgehend an Roman Polanskis "Rosemaries Baby", was durch einige Hommage-Szenen (incl. Film-läuft-im-TV-Clip) selbst für unerfahrene Zuschauer schnell verifizierbar wird. Daß das Ganze nicht in bloße Abkupferei abgleitet, ist der visuellen Gestaltungskraft Grueners zu verdanken, der aus "Sobrenatural" einen kleinen, unspektakulären, aber immerhin ausreichend unheimlichen Thriller gemacht hat, der beweist, daß das Genre auch in Mexiko noch nicht ganz tot ist. Im Kino matted (1,85:1). Mit Susana Zabaleta, Ricardo Blume, Delia Casanova, Roberto Cobo u.a.
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