St. Petersburg im Jahr 1899. Ein Serienkiller ermordet junge Frauen, die er mit alten Geheimsymbolen zurücklässt. Kommissar Rostov steht vor einem Rätsel. Er sucht Hilfe bei der mysteriösen Engländerin Olivia. Das populäre Medium nimmt regelmäßig vor Publikum Verbindung mit dem Totenreich auf. Rostov bittet Olivia, die Mordopfer zu kontaktieren, um den Killer zu finden (Zitat: Inhaltsangabe Tiberius Film).
Russland ist ein Land mit langer Filmtradition. Am bekanntesten sind die vielen Märchenfilme aus den 1950/60er-Jahren, die trotz ihrer oftmals robust-einfältigen Erzählweise nahezu weltweit bekannt wurden. Zudem gibt es auch heute immer wieder mal sogenannte A-Produktionen, die sich gerne auch außerhalb der Landesgrenzen beweisen wollen. Nikolay Khomerikis „Das neunte Opfer“ ist solch ein „roter“ Blockbuster, der vom Aufwand, von den Effekten und der Action her mit westlichen Vorbildern zu konkurrieren gedenkt (und dabei ganz okay abschneidet). Als Period Picture konzipiert, bietet „Das neunte Opfer“ neben den sehenswertern historischen Kulissen der pittoresken Ostsee-Metropole einen eher profan-durchschnittlichen Sherlock-Holmes-jagt-den-Ripper-Plot auf – ganz so wie man ihn schon seit seeligen Hammer-Films-Zeiten kennt und der selbst in heutigen Netflix-Serien („The Alienist“) oft und gerne repetiert wird. Ganz dazu passend ist die eher unaufgeregte Inszenierung nach klassischen Mustern, die aber vergleichsweise jegliche Finesse der Guy-Ritchie-Arbeiten in diesem Metier vermissen lässt. Dennoch ist „Das neunte Opfer“ durchaus mehr als einen Blick wert, als Crime-Mystery leidlich unterhaltsam, insgesamt also durchaus solide im Mittelfeld des Genres aufgestellt. Bildformat: 2,39:1. Mit Daisy Head, Evgeniy Tsyganov, Dmitriy Lysenkov, Yuri Kolokolnikov u. a.
Seit 19.11.2020 digital und ab 03.12.2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin