Im 14. Jahrhundert wütet die Pest im ganzen Land. Auch die Mutter der 16-jährigen Alice ist krank und wird vor ihren Augen ermordet. Als Alice dem Dorfoberhaupt nicht gefügig ist, beschuldigt dieser sie der Hexerei. Fast zum Tode gefoltert und kurz vor ihrer Hinrichtung kann Alice fliehen und findet Schutz bei einem mysteriösen Heiler im Wald. Hier sinnt sie auf Rache (Zitat: Pressetext Tiberius Film).
Filme, die im Mittelalter angesiedelt sind und nicht der Fantasy zugeschlagen werden sollen, können mittels geeigneter Bilder eine Epoche auferstehen lassen, von der man zwar glaubt, (fast) alles zu wissen, aber letztendlich doch nur erahnen kann, wie es wirklich damals ausgesehen haben mag. So ist man dann beispielsweise aber ziemlich sicher, dass die proper-blitzende Herrlichkeit eines „Der erste Ritter“ wohl kaum für bare Münze zu nehmen ist, während der dreckbesudelte „Braveheart“ schon viel eher Glaubwürdigkeit vermittelt. So steht und fällt also auch der nur mit recht wenigen Produktionsgeldern unterlegte „The Cleansing – Die Säuberung“ durch die Macht seiner Bilder – und die sind absolut nicht überzeugend genug, um die ansonsten „The VVitch“ sehr ähnliche Geschichte zu tragen. Angefangen beim Umstand, dass man gar nicht erfährt, wann und wo „The Cleansing – Die Säuberung“ spielen soll, über das steril wirkende Museumsdorf-Set, in dem jeder ach so fleckenfreie Minimal-Kostümierung trägt, bis hin zu vielen kleinen unstimmigen Details und Fehlern, nein, „The Cleansing – Die Säuberung“ ist nicht gerade großes Kino. Ansonsten transportiert Antony Smith die immer gleichen, gern bemühten Mittelalter-Motive um einen notgeilen Mönch, der seine sexuelle Frustration mittels Folter auslebt, auffallend weniger exploitationhaft als die immer noch bei Fans beliebten „Hexenjäger“-und-Konsorten-Filme. Und ob nun Alice tatsächlich eine Hexe ist oder nicht, erfährt man als geduldiger Zuschauer nach zähen Mittelteil erst kurz vor Toresschluss. Zeitverschwendung. Bildformat: 2,35:1. Mit Christopher Vowles, Luke Bailey, Rebecca Acock, Rhys Meredith, Simon Pengelly u. a.
Ab 21.05.2020 DIGITAL und ab 04.06. auf DVD und BLU-RAY erhältlich.
© Selbstverlag Frank Trebbin