Danielle ist eine junge, attraktive Frau. Doch ihre Vergangenheit sieht düster aus: Als Jugendliche wurde sie durch Dr. Benton von ihrer siamesischen Zwillingsschwester getrennt, die bei der Operation angeblich starb. Weil dieses traumatische Erlebnis nicht spurlos an Danielle vorrübergegangen ist, hat Dr. Benton ihr starke Medikamente verschrieben, die sie teilweise in einen tiefen Schlaf fallen lassen. Während dieser Zeit nimmt eine andere Frau, die ihr aufs Haar gleicht, ihre Stelle ein und mordet. Ist es Danielles angeblich verstorbener Zwilling oder ist sie einfach nur schizophren?
Dieser hervorragende Psychothriller ist von Brian de Palma mit einer vorzüglichen und glaubhaften Besetzung abgedreht worden. Die intelligente und zudem äußerst spannende Handlung geht weit über das normale Exploitation-Maß der etwas kruden Geschichte hinaus. Zwar vergißt es der Regisseur nicht, entsprechend effektvolle Horrorelemente in den entscheidenen Momenten aus dem Hut zu zaubern, doch scheinen diese nicht selbstzweckhaft eingesetzt zu sein. Dennoch hat man dem Hitchcock-Nacheiferer vorgeworfen, mit blutigen Effekten beim Publikum hausieren zu gehen. Eine Taktik, der sich das große Vorbild nie bedient hat. Wie dem auch sei: Ebenso virtuos wie in seinen anderen Filmen, versteht es Brian de Palma mittels einer fast hypnotisierenden Kameraführung, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Das negative und sehr bittere Ende wirkt –im Gegensatz zu der heutigen Phrasenhaftigkeit offener Enden– echt und überraschend. Der aufpeitschende Soundtrack stammt übrigens aus der Feder von Bernard Herrmann, Hitchcocks Hauskomponenten. Die Videoneuauflage unter dem Titel „Sisters“ ist geschnitten. Auf Video cropped. Mit Margot Kidder, Jennifer Salt, Bill Finley, Charles Durning u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin