Der New Yorker Cop Jacob Kanon muss nach London reisen, um dort seine Tochter und ihren Ehemann zu identifizieren, die auf grausame Weise ermordet wurden. Ihre toten Körper wurden geschändet und dabei auch noch öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt. Schnell ergeben sich Hinweise, dass ein Ritualmörder in den Hauptstädten Europas unterwegs ist, der seine Taten per an Journalisten verschickte Postkarten ankündigt. In Stockholm erhält Kanon Hilfe von Dessie Leonard, eine solche Postkarten-Empfängerin, und zusammen macht man Jagd auf den Mörder…
Die Romane aus der Feder von James Patterson („Alex Cross“) gehören zur leicht verdaulichen Mainstream-Thriller-Ware für Vielleser und Reisende. Gute Voraussetzungen also, um schnell verfilmbares Hollywood-Genre-Futter zu sein. So präsentiert sich auch Danis Tanovićs „The Postcard Killings“ anfangs als ein handelsüblicher, mit ach-so-typischen-grausigen Details ausgeschmückter Crime- bzw. Psychothriller, in dem ein illustrer Serienkiller sein Unwesen treibt. Der charismatische Jeffrey Dean Morgan gibt eine gute Leistung ab und wandelt wie einst John Wayne in „Brannigan“ als raubeiniger US-Cop durch London, der für die feineren Manieren der einheimischen Kollegen nur ein Kopfschütteln übrig hat. Doch spätestens dann, als die Mordschauplätze sich quer über Europa verteilen, ermittelnde deutsche Beamte trotz magerer Dienstreisekasse mal schnell von München nach Stockholm jetten und die Täterseite mit immer verwirrenderen Ausschmückungen bedacht wird, wird die Glaubwürdigkeit mal wieder arg mit den Füßen getreten, so dass das Interesse an „The Postcard Killings“ schnell erlahmt. Fazit: mittelmäßig aber keinesfalls richtig schlecht. Bildformat: 2,39:1. Des weiteren mit Cush Jumbo, Joachim Król, Famke Janssen u. a.
Ab 08.10.2020 als DVD, Blu-ray und digital erhältlich
© Selbstverlag Frank Trebbin