Review
von Leimbacher-Mario
Where the F*ck is Gamera?!
In diesem zweiten Gamera-Film (dessen chaotische deutsche Synchro mit Namenverwechslungen und Gojira-Umtitelungen noch mehr Chaos stiftet) erwecken drei geldgierige Typen durch das Stehlen eines legendären Höhlenopals (der eigentlich ein Monsterei ist!) eine uralte Riesenechse, die tödliche Energieregenbögen (!) verschießen kann und sämtliche größeren Städte Japans bedroht. Und natürlich wird durch dieses wortwörtlich kraftvolle Getummel auch die „Energiebitch“ Gamera angezogen und bittet zum Monsterfight…
„Gamera tai Barugon“ ist mir 15 lange Minuten zu ausführlich. Denn all dieser menschliche Schrott, Ballast und Kitsch voller Gier und Knistern wird hier eine Nummer zu weit ausgeführt. Doch wenn es dann mal an's Eingemachte in den Gummikostümen und/oder Miniaturbauten geht, dann liefert dieser Kaijubattle durchaus ab. Die deutsche Synchro vertauscht wie gesagt ein wenig die Namen, doch das stört wenig. Genauso wie die absolut bescheuerte Auflösung, bei der man mit den Ohren schlackern und zugleich applaudierten will. Von infraroten Diamanten und paralysierendem Regen. Die sich drehende Discoschildkröte zeigt selbst dem Breakdanceweltmeister wie es richtig geht. Der Score ist majestätisch und fast schon zu gut für das Gezeigte. Es gibt einen der fieseren, unbelehrbarsten Geldsäcke und Bösewichte der Monsterwelt, bei dem man richtig froh ist, wenn er endlich gemampft wird. Und Barugons Eiszunge ist schon cool. Kindisch und klasse. Ausufernd und artgerecht.
Fazit: ungefährlicher, unschuldiger und etwas überlanger „Männer-in-Plastikanzügen-als-Monster“-Japano-Trash. Zu wenig Gamera, zu viel Menschenquatsch. Dennoch ganz nette Matinee.