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Auf der Suche nach seinem seit einem Schiffsunglück verschollenen Bruder gerät ein junger Mann zusammen mit ein paar Leuten auf eine Insel, auf der ein paar finstere Buben schlimmen Machenschaften nachgehen, doch Godzilla wird aus seinem Inselschlaf erweckt und hilft gegen Bösewichter und Ungeheuer.

Mit "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" gab Jun Fukuda sein Regiedebüt in der Godzillareihe und lieferte damit eine unterhaltsame Mischung aus Inselabenteuer und Monsteraction ab.
Die Geschichte, die erzählt wird, macht von vorne bis hinten Spaß, sofern man nicht auf die übliche Machart der vorherigen Godzillawerke beharrt. So wird hauptsächlich die Suche des Mannes nach seinem Bruder und das daraus resultierende Geschehen auf der Insel gezeigt mit tollen Ideen wie den dort Atomwaffen bauenden Gangstern, die die Eingeborenen für sich in unterirdischen Höhlen aus gelben Früchten ein Mittel herstellen lassen, mit dem der im Meer lauernde Riesenhummer abgewehrt werden kann, der ansonsten ein Entkommen von der Insel verhindert. Die Figuren sind ebenfalls interessant gestaltet, denn neben dem besorgten Bruder lernen wir zum Beispiel einen Kleinganoven, zwei unterschiedliche Kumpels, von denen der eine den Humorsektor abdeckt und eine entflohene Insulanaschönheit kennen.
Ab Mitte des Films hat Godzilla dann erstmals seinen Auftritt, nachdem er mittels Blitzschlag (daher eventuell auch der trotzdem sehr unpassende alte deutsche Titel, bei dem von einem gewissen Frankenstein die Rede ist, der aber im ganzen Film nicht einmal Erwähnung findet) von den bedrohten Neuinselankömmlingen erweckt wurde. Und Jun Fukuda lässt Godzilla noch menschlicher daherkommen als in seinen vorherigen Auftritten, was sich sowohl in seinem knautschigen Kostüm als auch in seinem Verhalten und in der ganzen Umsetzung widerspiegelt. So hilft die Echse den Guten bei der Bedrohung durch einen Riesenvogel (nicht Rodan) und kommuniziert durch ein Nasenkratzen mit der geretteten Dame und wenn er von Kampffliegern attackiert wird, zerstört er diese nicht wie sonst unter den martialischen Klängen von Akira Ifukube, der diesmal nicht für die Musik verantwortlich war, sondern zu bes(ch)wingten Klängen.
Wer Modellstädtezerstörungen erwartet, wird enttäuscht werden, denn es wird lediglich der Stützpunkt der Bösen dem Erdboden gleich gemacht (viel mehr Gebäude gibt es auf der Insel ja auch nicht). Die Monsterduelle beschränken sich auf ein zweimaliges Aufeinandertreffen von Godzilla mit dem Hummer Ebirah inklusive spaßigem Felsenwurf- und Köpfspielchen, dem bereits erwähnten Kampf mit dem Vogel und dem sehr kurzen Gerangel mit Mothra, die am Ende auf die Insel flattert und als Transportmittel dient.

Insgesamt empfinde ich "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" als kurzweiliges Inselabenteuer, bei dem die Figur des Godzilla zwar etwas in den Hintergrund rückt, durch die Wahl des neuen Schauplatzes und die andersartige Inszenierung durch Jun Fukuda jedoch frischer Wind in die Reihe gebracht und gute Unterhaltung geboten wird.

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