Alles könnte so schön sein, die Monster leben friedlich auf einer Insel und sind dort keine Gefahr für die Menschen, doch da kommen ein paar Außerirdische daher und stören den Frieden, indem sie die Monster unter Kontrolle bringen und auf die Städte hetzen, um Forderungen zu erpressen.
Nach den beiden reinen Inselabenteuern Godzillas unter der Führung von Jun Fukuda nahm der Urgodzilla-Regisseur Ishiro Honda wieder Platz auf dem Regiestuhl und ließ sich die Monster ordentlich auf dem Festland austoben.
Wie schon "Ghidrah - the three-headed monster" und "Befehl aus dem Dunkel" weist "Godzilla und die Monster aus dem All" deutlich Science Fiction Elemente auf. So gibt es viele Szenen, die im All spielen, denn von eben dort kommen die außerirdischen Besucher, die die Monster per Fernsteuerung für sich zerstören lassen, aber auch mittels Implantat oder Ohrring Menschen unter ihre Kontrolle bringen. Natürlich lässt das die Menschheit nicht so ohne weiteres auf sich sitzen und schickt ein paar Astronauten ins All, um den bösen Invasoren Einhalt zu gebieten, was für meinen Geschmack einen zu großen Teil des Filmes einnimmt, denn hier schleichen sich Längen ein, die sich nicht immer durch die durchaus vorhandenen guten Ideen, wie der Tatsache, dass sich die Ausserirdischen bei fehlenden hohen Temperaturen in Würmer verwandeln, die in Steingebilden Unterschlupf suchen, verbergen lassen.
Godzilla und Konsorten treten dann vor allem um Mittelteil ins Hintertreffen durch mangelnde Präsenz auf dem Bildschirm, aber das Warten lohnt sich definitiv. Anfangs leben sie friedlich auf der Monsterinsel (der Riesenvogel Rodan fängt sich hier in einer schönen Szene einen Delphin). Dann kommen die fremden Lebenformen und schicken die Monster mit Hilfe von überall auf der Welt verteilten Sendern auf die Hauptstädte zum Zwecke der Zerstörung, wobei die Monstren sehenswerte Einzelauftritte absolvieren. So darf zum Beispiel Rodan Moskau kaputtfliegen, das unterirdische Wesen Baragon in Frankreich den Triumphbogen einstürzen, Mothra als Larve Peking heimsuchen und mit einer Eisenbahn kollidieren und Godzilla darf sich in New York ordentlich austoben. Das allein sind schon sehr sehenswerte Trickszenen in gewohnter "Kaiju Eiga"-Art, doch für das Ende des Films hat man sich etwas ganz Großes aufgehoben, denn hier schicken die Außerirdischen, als die Monster wieder unter ihrer eigenen Kontrolle stehen, im Namen ihres Auftraggebers, der sich bei uns namentlich als Frankenstein entpuppt (was auch den unsinnigen alten deutschen Titel "Frankenstein und die Monster aus dem All" erklärt, wobei im Original natürlich nie die Rede von diesem Herren ist), den bereits aus "Ghidrah - the three-headed monster" bekannten dreiköpfigen Drachen Ghidorah auf die Erde, wo sich die dortigen Riesenwesen (insgesamt sind es zehn, wenn ich mich nicht verzählt habe, also alles was bis dato Rang und Namen im TOHO-Universum hatte) verbünden und dem Unhold einen gebührenden Empfang bereiten, der sich gewaschen hat. In dieser Passage wird all das geboten, was wir Godzillafans so lieben, nämlich tolle Kostüme bzw. Puppen und ideenreiche Monsterschlachten. Dieses Highlight lässt dann auch die vorherigen Handlungsschwächen vergessen und einen am Ende mit einem zufriedenen Lächeln Abschied von Godzilla nehmen, der einem zusammen mit seinem Sohn von der Insel auf Wiedersehen zu sagen scheint.
Das Ganze wurde musikalisch wieder großartig von Akira Ifukube untermalt. Dessen Melodien gehen einfach ins Ohr und sind nicht unmaßgeblich für die typische Godzillaathmosphäre verantwortlich.
Insgesamt ist bei "Godzilla und die Monster aus dem All" der Monsteranteil zwar etwas gering, aber wenn die Monster auf dem Bildschirm zu sehen sind, dann richtig, nicht nur anzahlenmäßig, sondern auch von der Umsetzung und der Wuchtigkeit. Daher bleibt unterm Strich ein positiver Eindruck in Erinnerung.