Auf den ersten Blick ist die Whiton University eine Lehranstalt wie so viele: die Studenten interessieren sich eher für ein ausgelassenes Partyleben und die Einführung der neuen Schüler, die Pledge-Week, wird mit den üblichen „Scherzen“ begleitet. Als jedoch die Novizin Kylie offenkundig von zwei älteren Studenten erst abgefüllt und dann missbraucht wird und später einer der Täter, Sport-Ass Wes, von einem mysteriösen Mörder regelrecht an die Wand genagelt wird, kippt die Atmosphäre an der Universität recht schnell, denn es soll nicht der einzige Mord bleiben…
Übergriffige Initiationsriten unter Studenten und ein maskierter Killer auf dem Campus – was für ein originelles Grundgerüst für einen Retro-Slasherfilm, der laut Werbung für die „Generation Z“ gemacht sein soll. Doch so abgegriffen diese spezielle Spielart des Horrorfilms auch sein mag, gibt sich Regisseur John Berardo dennoch durchaus Mühe, dem Ganzen einen modernen Anstrich zu verpassen. Leise Kritik an der ständigen Präsenz der sozialen Medien und eine zumindest oberflächlich in Richtung #MeToo-Debatte abzielende Thematisierung sexueller Gewalt gegen Frauen sollen da wohl unterstreichen, dass sein „Slayed“ eben nicht einfach nur ein stereotyper Schlitzer-Streifen alter Couleur sein soll. Ganz geht die Rechnung dann allerdings doch nicht auf: abgesehen von dem Umstand, dass „Slayed“ nur sehr langsam in die Gänge kommt und in der ersten Hälfte wertvolle Filmminuten einfach nur verplempert werden, betritt er inhaltlich bis auf das Cyberbullying-Thema nämlich nicht wirklich neues Terrain. Ein umher schleichender Masken-Killer bleibt immer ein umher schleichender Masken-Killer. Lediglich die oft zur Überforderung beim Zuschauer führende Visualisierung der nimmer endenden Smartphone-Kommunikation ist ein kleiner Abstecher abseits ausgetretener Genrepfade, denen – seien wir mal ehrlich – „Slayed“ eigentlich ganz brav folgt. Fazit: leider nur durchschnittlich, aber wenigstens in der zweiten Hälfte ruppig-blutig. Bildformat: 2,35:1. Mit Lindsay LaVanchy, Isabella Gomez, Ynacy Butler, Jon Huertas u. a.
Ab 19.08. bzw. 26.08.2021 digital und ab 27.082021 auf DVD und Blu-ray erhältlich
© Selbstverlag Frank Trebbin