U2000 – Tauchfahrt des Grauens heißt der alte japanische Streifen, der keinesfalls so grauenhaft ist wie der Titel suggerieren möchte—es sei denn man möchte die Spezialeffekte mit Spielzeugcharakter als grauenhaft bezeichnen, die durchaus ihren eigenen Charme haben und damals im Jahre 1963 recht ansehnlich gewesen sein müssen. Ishiro Honda führte Regie bei diesem Science-Fiction-Actionspektakel, das heutzutage nur noch als Trash-Streifen durchgehen kann, und setzte dabei auf einen Stil, den er auch in seinen Godzilla-Filmen durchgezogen hat. U2000 – Tauchfahrt des Grauens trägt also eindeutig Ishiro Hondas Handschrift. Fans wird das freuen—auch wenn hier ausnahmsweise mal kein Monster Tokio plattstampft.
Die Handlung von U2000 – Tauchfahrt des Grauens ist schnell erzählt: Wie so oft in Filmen dieses Genres gibt es, nun, nicht gerade Außerirdische, aber immerhin Lebensformen, die den Japanern ihren Lebensraum streitig machen. Diesmal sind es die Bewohner des versunkenen Mu-Reichs (von Menschen gespielte Wesen, die auch wie Menschen aussehen, stark geschminkt sind und witzige Kostümchen tragen). Diese wollen, machtgierig wie sie nun einmal sind, gleich die ganze Erde erobern. Aber sie haben die Rechnung nicht mit den Japanern gemacht. Denn die haben noch ein Ass im Ärmel, um die Menschheit zu retten: Das flugfähige U-Boot U2000. Dieses liegt versteckt an einem Küstenstreifen einer Insel irgendwo im Meer. Eine Truppe Japaner macht sich auf die Suche nach diesem U-Boot und schließlich auf in den Kampf gegen die bösen Bewohner von „Mu“.
Wie schon erwähnt, ist U2000 – Tauchfahrt des Grauens ganz in alter Honda-Tradition gehalten. Wer andere Filme von ihm kennt, weiß, was das heißt. Effekte, die für das moderne Auge mehr als billig wirken, nicht von der Erde stammende Lebewesen, die trotzdem immer wie Menschen aussehen, Pappkulissen, ein Monster, Übersinnliches. Das alles gibt es auch in diesem wirklich sehenswerten Filmchen.
Die Bewohner von Mu leben in einer Unterwasserwelt, der man trotzdem ansieht, dass sie in Wirklichkeit in einem Toho-Studio steht und statt mit massiven Steinmauern nur mit dünnen Pappwänden ausgekleidet ist. Außerdem tanzen die Bewohner seltsame Tänze, durch die sich der Film um einige Minuten strecken lässt, natürlich wollen die Bewohner von Mu die Weltherrschaft (was denn sonst?) und natürlich tragen sie alberne Kostüme, damit man sie von den „echten“ Menschen unterscheiden kann. Natürlich leben sie auch noch irgendwie steinzeitlich, haben aber andererseits Technologien, von denen die Menschheit nur träumen kann. Bewacht wird das unter Wasser gelegene Mu-Reich von Manda—ein Monster, das eigentlich einfach nur ein langer dünner Drache mit asiatischem Gesicht ist, der an Fäden befestigt ist (die im Film bei genauem Hinsehen natürlich sichtbar sind), damit Manda bewegt werden kann. Wirklich fürchtet sich vor diesem Monster natürlich keiner, außer die Leute im Film. [Anmerkung: Wer mehr von Manda sehen will, sollte sich Godzilla und die Monster aus dem All antun. Hier hilft Manda kräftig mit, Städte auf der ganzen Welt zu zerstören.]
Was noch unbedingt erwähnt werden muss, ist natürlich das U-Boot selbst. Nur durch dessen Hilfe kann die Menschheit gerettet werden. U2000 ist ja kein normales U-Boot. Nein, es kann fliegen. Nicht einfach so, sondern durch schlecht retuschierte Fäden, an denen das U-Boot hängt. Außerdem hat es an der Spitze einen Bohrer, mit dem sich das U-Boot auch durch Steine aus Styropor oder Stahlwände aus Pappe bohren kann. Doch damit nicht genug. Das U-Boot besitzt außerdem einen Vereisungsstrahl, anwendbar auf Menschen, riesige Turbinen und Manda. Ein Leckerbissen für jeden Trash-Liebhaber!
Unfreiwillige Komik überwiegt bei U2000 – Tauchfahrt des Grauens alles andere. Nie wird es spannend, flott oder actionreich. Der Film nimmt sich todernst, was ihn nur noch alberner macht. Es sei also gesagt, dass sich wahrscheinlich nur Liebhaber von Trash-Filmen und/oder Ishiro Honda bei U2000 – Tauchfahrt des Grauens amüsieren können.
Obacht: U2000 – Tauchfahrt des Grauens nicht verwechseln mit U4000 – Panik unter dem Ozean. Das ist zwar auch ein Trash-Streifen von Ishiro Honda, aber mit einer anderen Handlung und bei Weitem nicht so gut wie U2000 – Tauchfahrt des Grauens.