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Das untergegangene Mu-Reich meldet sich zurück mit Welteroberungsbegehren, doch da das U-Boot eines verschollenen Kapitäns diesem Wunsch im Wege stehen könnte, schickt die Herrscherin des Reiches Agenten auf die Erde, um den Mann ausfindig zu machen und das Boot zu zerstören, aber die Menschen sehen in dem Gefährt eine Chance und begeben sich ebenfalls auf die Suche nach dem Kapitän.

"U 2000 - Tauchfahrt des Grauens" ist im Rahmen der lobeswert aufbereiteten Reihe "Kaiju Classics" von Anolis erschienen und lässt einen Film voller Japanmonster erhoffen, doch wer ein Monstergekloppe ala Godzilla erwartet, dürfte enttäuscht sein, denn in den Streifen hat sich lediglich der Riesenunterwasserschlangendrache Manda verirrt, wobei dessen Auftritt eher wie ein lustlos eingefügter Zwang wirkt, weil der Film schließlich aus den TOHO Studios stammt, Regie Ishiro Honda führte und der Zuschauer so ein ungeschriebenes Recht auf Monster hat. Auch die Umsetzung des Manda lässt zu wünschen übrig, da das Tier durch eine wenig überzeugende Marionette verkörpert wird, welcher nicht nur eingefleischte Suitmationanhänger wenig abgewinnen können.
Doch genugt gemotzt, denn anstatt durch ausgeprägte Monsterszenen überzeugt der Film durch seine gut ausgearbeiteten Figuren, die abwechslungsreiche Story und die gelungene (mit Ausnahme des oben genannten Manda) Umsetzung.
Gleich zu Beginn wird der Zuschauer ins kalte Wasser geworfen und mit geheimnisvollen Ereignissen überrascht, für die die Erklärungen im Laufe des Films durch die Nachforschungen der Figuren nachgeliefert werden. So begeben sich unter anderem zwei Fotografen, die nebenbei für etwas Aufheiterung in dem ansonsten eher ernst gehaltenen Geschehen sorgen, die Tochter des tot geglaubten Kapitäns, ihr Freund und ein sich merkwürdig verdächtig verhaltender Reporter auf die Suche nach dem Erbauer des Super-U-Bootes, der nemoartig auf einer Insel mit seiner sturen Art weiter auf Kriegskurs ist.
Durch die vielschichtigen Figuren kommt es immer wieder zu interessanten Konstellationen und Überraschungen, wobei besonders interessant das Wiedersehen des Kapitäns mit seiner Tochter, die sich 20 Jahre nicht sahen, ausgefallen ist.
Auch im Verlauf der Handlung sind ein paar nette Ideen verteilt wie zum Beispiel die hitzigen Mu-Agenten, das atlantisartig untergegangene Reich mit dem bunt gemischten Volk und der äußerst ansehnlichen Herrscherin, Angriffe auf Städte oder das aufopferungsvolle Ende.
Bei der Umsetzung dieses Unterwasserabenteuers schöpfte Honda aus den Vollen. Bei der kurzen Invasion der Unterweltler gibts feine Miniaturbauten, die zerstört werden, tolle Hintergrundzeichnungen oder Modelle, in die die Menschen hineinkopiert wurden oder bei denen sie vor Rückprojektionen agieren, nette Ideen wie den Austausch der Akteure durch gemalte Figuren, wenn diese vereist werden und das vielseitige und stark modellierte U-Boot, das nicht nur tauchen, sondern auch fliegen, bohren und vereisen kann.
Sehr stimmig ist zudem die Musik von Hondas Stammkomponisten Akira Ifukube, der zuvor mit seinen Melodien unter anderem "Godzilla" passend unterstrich und auch hier wieder ganz hervorragende Arbeit leistete.

Insgesamt ist "U 2000 - Tauchfahrt des Grauens" zwar nicht der erwartete kurzweilige Monsterfilm, dafür aber eine zum Großteil schön umgesetzte Mischung aus Abenteuer-, Fantasy- und Kriegsfilm mit ein paar Längen vor dem großen Finale.

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