Furankenshutain!
Dachte ich mir auch und pfiff mir gleich mal das Sequel zum überaus amüsanten, weil total beknackten Monsterfilm "Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht" rein. Was Fortsetzungen angeht, sind ja auch die werten Japaner nicht verlegen, ihre Kreaturen mehrmals ins Rennen zu schicken. Und weil Frankensteins Monster damals wohl recht gut ankam, bekommt man hier gleich zwei von der Sorte. Einer braun, der andere grün. Jetzt könnte man das Argument bringen, ob dies nicht ein Fall für die Biotonne ist. Aber stop! Erstmal ein Blick auf die Handlung.
Zwei Jahre oder so sind nach den schröcklichen Ereignisen aus dem Vorgänger vergangen, alle dachten, jenes Wesen namens Frankenstein wäre tot. Doch als ein Boot nachts bei Sturm und Regen von einem riesigen, grünen, überaus gereizten Menschenwesen angegriffen wird, wird die Frage groß, ob die Kreatur damals nicht doch überlebt hätte. "Frankenstein-Experte" (im Film tatsächlich so genannt) Dr. Stewart schließt das alles zunächst aus, bis er irgendwoher eine Zellenabsonderung der grünen Bestie in die Finger bekommt und feststellt: Die selbe Struktur wie beim damaligen Frankenstein! Oh mein Gott!
Nach einigen Fragen und Antworten stellt man fest, dass dieser grüne Frankenstein ein Vetter dritten Grades vom Original ist. Der soll nämlich irgendwo mal einen Hautfetzen verloren haben, der sich in einem Bach, See, was auch immer selbst versorgte (!) und nun zu einem wasserliebenden, sonnenscheuen Monster geworden ist (!!). Knüppeldicke kommts, als der richtige Frankenstein auch noch dazu kommt, sich aber als liebes und freundliches Wesen entpuppt und allen nur das beste will. So rettet er seinen grünen Cousin vor dem Kugelhagel der Soldaten, nur um später wiederum gegen ihn anzutreten, weil er Tokio tyrannisiert.
Entweder haben die Japaner Frankenstein nie gelesen, oder sie vermarkten munter einen Markennamen. Diese Wesen, die hier vorkommen, haben nichts mit dem wirklichen Frankenstein-Monster gemeinsam. Es handelt sich vielmehr um riesige, bunte Affen, potthässlich und voll mit braunem Fell bzw. grünen Algen. Dabei werden sie nur der Braune und der Grüne genannt (man könnte jetzt politische Schlüsse daraus ziehen, aber soweit gehen wir lieber nicht). Der Grüne rennt nun durch die Gegend und frisst tatsächlich Menschen, was man auch mal mehr, mal weniger zu Gesicht bekommt. Dann sinds aber Puppen. Manno.
Die Spannungskurve ist hierbei ganz solide, richtiv viele Längen gibt es nicht, aber eben die genretypischen Szenen, die man als Fan solcher Filme auswendig mitsprechen kann. Wie kann man das Monster besiegen? Sie dürfen es nicht töten! Wir werden es mit Panzern beschießen, wir haben nämlich gar nicht aus anderen Filmen gelernt, wo unsere Panzer irgendwann durch die Luft geschleudert wurden! Die Darsteller sind wiederum bemüht, schauspielerische Güte in das Puppentheater zu bringen, aber wie bei fast allen Monsterfilmen erzeugt das eher Desinteresse.
So richtig anknüpfen an den Vorgänger tut "Zweikampf der Giganten" auch nicht. Es gibt ein paar Rückblenden, allerdings ganz anders besetzt, und wie gesagt, statt des dünnen Frankenstein-Verschnitts aus dem Original wird einem hier ein pelziges, einem Ewok nicht unähnliches Knuddelvieh präsentiert. Zumindest lässt sich sagen, dass die Kostüme gar nicht mal misslungen sind. Die "Darsteller" scheinen auch Spaß daran zu haben, mehr Bewegungsfreiheit zu haben als in den ledrigen Dinokostümen. Dementsprechend sieht es dann auch aus, denn die beiden rammen sich in Häuser, schmeißen Schiffe durch die Gegend und schlagen sich die Köppe ein. Das Auge lacht mit.
Es fällt mir trotzdem immer schwer, so einen Film vernünftig zu bewerten. Klar, das alles ist unschlagbar unterhaltsam und jene, die damit aufgewachsen sind, lieben diese Filme. Aber aus der objektiven Linse betrachtet sind diese Monsterdinger immer nach Schema F aufgebaut, nur mit anderen Kreaturen, und die Tricks sind (obgleich liebevoll) nunmal eher lachhaft. Darum kann ich auch diesem Film keine allzu hohe Note geben, aber die, die ich gebe, kommen von Herzen. Einem Herzen, dass sich selten so unterhalten gefühlt hat. Ich hoffe, das klang jetzt nicht kitschig.
Fazit
Netter Monsterfilm mit zwei Affen, die sich das Fell über die Ohren ziehen. Für Filmfans, die auch mal unbeschwerten Spaß haben wollen, eine Granate. Freunde anspruchsvollerer Werke machen besser einen Bogen.
4/10